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Forschung und Kooperation für die Zukunft der Gesundheit – International NAKO Conference 2026

Aufbruchsstimmung in der Gesundheitsforschung! Die International NAKO Conference in München erwies sich als Werkschau nationaler und internationaler Kohorten. Biobanken und Big Data bieten enorme Chancen und Perspektiven für Wissenschaft und Medizin. Die NAKO-Forschung überzeugte mit einem breiten Themenspektrum.

„Diese Conference ist ein wichtiger Meilenstein. Forscher unterschiedlicher Nationen und Disziplinen präsentieren Wissenschaft für die Zukunft der Medizin.“

Prof. Veronika von Messling (BMFTR) unterstrich in ihrer Video-Grußbotschaft die Bedeutung des globalen Wissenstransfers und betonte den Stellenwert der NAKO Gesundheitsstudie, um Krankheiten früher zu erkennen, vorzubeugen und Gesundheit zu erhalten.

Das zweitägige Treffen entpuppte sich erwartungsgemäß als epidemiologische Leistungsschau mit beeindruckenden Eckdaten: 363 Teilnehmer aus 20 Ländern, 163 via Live-Stream, mehr als 70 Posterpräsentationen, 3 hochkarätige Keynote-Referenten, 4 NAKO-Research-Sessions mit 9 Expertinnen und Experten und eine NAKO Knowledge Fair mit 20 Infoständen, bei denen die Teilnehmenden sich umfassend mit NAKO Expertinnen und Experten über NAKO-spezifische und allgemeine Gesundheitsthemen austauschen konnten.

Viele Besucher nutzten den Rundgang im zentralen NAKO-Biorepository auf dem Campus von Helmholtz Munich, wo Millionen von Bioproben bei extremen Tiefsttemperaturen aufbewahrt werden. Biobanken gelten als tragende Säule moderner Kohortenstudien. Sie ermöglichen großformatige Sammlungen von Bioproben für innovative Forschung, und für spätere Generationen.

NAKO-Daten: 10-Jahres-Follow-up

Prof. Annette Peters (Vorstandsvorsitzende NAKO e.V., Mitglied des Scientific Boards der Conference) präsentierte die Erfolgsbilanz der größten deutschen populationsbezogenen Kohortenstudie seit 2014 mit 205.000 Teilnehmern (18 Studienzentren). Die NAKO-Daten umfassen Genomik, Bioproben, Bildgebung (MRT), Umweltdaten und Daten vor, während und nach der COVID-19 Pandemie. Die Datenbank ist ein mächtiges Werkzeug der Forschung, das zum besseren Verständnis der dynamischen Entwicklung der Gesundheit beitragen kann. Die wichtigsten Fragen betreffen Lebensstil und Umweltrisiken, geografische und sozioökonomische Diskrepanzen, praktische Vorbeugung sowie Frühwarnsysteme für häufige Krankheiten wie Diabetes, Krebs, Infektionen und Demenz.

Prof. Annette Peters (Vorstandsvorsitzende NAKO e.V., Mitglied des Scientific Boards der Conference)

„Solche Zielsetzungen sind nur erreichbar, wenn viele Menschen, viele Institutionen zusammenarbeiten.“

NAKO integriert die interdisziplinäre Expertise wissenschaftlicher Institutionen und ist landesweit mit den Zentren für Gesundheitsforschung (DZG) vernetzt. Schwerpunkte sind Diabetes, Herz/Kreislauf, Infektion, Kinder/Jugendliche, Lunge, Gehirn, Psyche und Krebs. Hinzu kommen Schnittstellen mit dem Netzwerk Universitätsmedizin (NUM).

Für derzeit 30.000 Teilnehmende stehen Bilddaten von Ganzkörper-MRT-scans zur Verfügung. 2027 werden Genomdaten aller Teilnehmenden, und 2028 Gensequenzdaten von mehr als 67.000 Teilnehmern vorliegen. Das 10-Jahres-Follow-up wird 2028 abgeschlossen sein. „NAKO erlaubt Einschätzungen der Entwicklung von Krankheiten über Jahrzehnte hinweg,“ erklärt Peters.

Epidemiologie im Aufwind

Mit der Fragestellung „Was leisten Kohortenstudien?“ erinnerte Prof. Albert Hofman (Harvard) an die Historie solcher Studien. Kleine Kohorten mit großem Datenvolumen sowie große Kohorten mit begrenzten Daten prägten das 20.Jahrhundert. NAKO verkörpert den modernen Standard: große Kohorte (205.000) plus umfassende Datenressourcen. Kohorten und Big Data-Analysen tragen dazu bei, Risikofaktoren und Ursachen zu erkennen und die Prävention zu verbessern. Hofman betont, „Kohortenstudien werden für die zukünftige medizinische Forschung eine noch größere Rolle spielen als in der Vergangenheit.“

Prof. Beate Ritz (University of California LA) fokussierte auf Methoden und Erkenntnisse zum Thema Umwelt und Hirngesundheit. Äussere Einflüsse summieren sich lebenslang auf und können krank machen (Exposom) – wie Luftschadstoffe und Pestizide bei der Parkinson-Krankheit. Ursachen und Risiken von Parkinson lassen sich durch Angaben von Betroffenen, Umweltmonitoring, Geoinformatik und Modeling präzisieren. Mit „Omics Tools“ (Genom, Proteom u.a.) erforscht man extern bedingte Anfälligkeiten und deren Auswirkungen auf das Nervensystem. Die CIPHER Kohorte (USA) hofft auf diese Weise eindeutige Verbindungen von Umwelteffekten mit der Parkinson-Erkrankung zu finden. Bioproben sind die wichtigste Ressource. Ritz plädiert für „Mehr Biobanken!“ 

Kohortenstudien und Biobanken sind Prof. Paul Elliott (Imperial College London) zufolge unverzichtbar, um Krankheitsanfälligkeit durch äußere Einflüsse besser zu erfassen. Daten von Bioproben ermöglichen auch molekulare Epidemiologie. In der UK-Biobank lagern Proben von 500.000 Teilnehmern (2006–2010; 22 Zentren). Genom- und Sequenzdaten sind komplett verfügbar. Elliott bemerkt, „Die Herausforderung besteht darin, Bioprobenlager in analysierbare Big Data zu verwandeln.“ Gezielte Prävention scheint machbar: Mit Proteomik entdeckte man 22 Marker, die für Depression disponieren. Kohorten mit sechs-/siebenstelligen Teilnehmerzahlen, Big Data-Optionen und Biobanken wie das NAKO-Biorepository gelten als zukunftssichere Investitionen in die Gesundheitsforschung.

Forum für innovative Forschung

Kein Fortschritt der Medizin ohne die nächste Forschergeneration, die über Ländergrenzen hinweg Wissen austauscht und zusammenarbeitet. Im Foyer und in den Sessions diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt über spannende Projekte und neue Ideen. Das Angebot der Knowledge Fair, „NAKO entdecken“ kam beim Publikum sehr gut an. Die Besucherinnen und Besucher konnten hier das große Potenzial der NAKO-Forschung praxisnah kennenlernen. Auch bei den Poster-Sessions gab es viel zu entdecken.

Die Poster-Session „Kohorten weltweit“ präsentierte unter anderem eine indische Kohorte (Gesundes Altern), die französische E3N-Familienkohorte, die paneuropäische EPIC4ND-Studie, UK-Biobank, die Millionen-Kinder (Krebs)- und DZIF-Transplantat-Kohorten aus Deutschland. Die Lunch-Poster-Session offenbarte auf 50 NAKO-Postern die vielfältigen Fragestellungen und Anwendungen, Kooperationen und Nutzungsoptionen der deutschen Gesundheitsstudie: Serolomik, Genomik, Ernährung, Gesamtsterblichkeit, langfristige Auswirkungen von Luftschadstoffen auf Herz und Hirn sowie Tumor-Biobank und Forschungsmodule.

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Mehr Informationen
Die Highlights der International NAKO Conference 2026 im Video

Das rege Interesse der Konferenzteilnehmenden am gesamten Programm weist auf die wachsende Bedeutung von Kohorten für die Gesundheitsforschung weltweit hin. Im internationalem Vergleich erscheint die NAKO sehr gut gerüstet für kommende Herausforderungen.

Autor: Eberhard J Wormer

Veranstaltung: International NAKO Conference 2026
Webseite: www.nako.de/conference
Wissenschaftliche Leitung: Dr. Marie-Theres Huemer, Prof. Dr. Wolfgang Lieb, Prof. Dr. Annette Peters, Prof. Dr. Tobias Pischon, Prof. Dr. Tamara Schikowski
Termin: 03.09.2026–04.09.2026
Ort: Kongresszentrum Helmholtz Munich, Ingolstädter Landstr. 1, D-85764 Neuherberg
Veranstalter: Helmholtz Munich
Organisation: NAKO e.V.
Kontakt: conference@nako.de

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