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Gesichter der YoungNAKO: Umwelt, Gesundheit und die Suche nach Zusammenhängen

Wie beeinflusst unsere Umwelt unsere Gesundheit? Für Asmaa Alselwi, Doktorandin bei Helmholtz Munich, ist diese Frage zentral. Ihr Ziel ist es, komplexe Zusammenhänge sichtbar zu machen und daraus Handlungsmöglichkeiten abzuleiten. Im Gespräch erzählt sie, was sie an der epidemiologischen Forschung fasziniert, wie sie zur YoungNAKO kam und warum gute Wissenschaft vor allem verständlich sein sollte.

Interview mit Asmaa Alselwi, Doktorandin bei Helmholtz Munich – Institut für Epidemiologie und Teilnehmerin im YoungNAKO Graduiertenprogramm.

„Wirklich wirkungsvolle Forschung ist für mich die, die in Entscheidungen einfließt und dazu beiträgt, Lebensumwelten und Gesundheit zu verbessern“, sagt Asmaa Alselwi.

Wie bist du zur Epidemiologie gekommen?

Ich habe Zahnmedizin gelernt und habe mich später auf Public Health und Epidemiologie spezialisiert, was mich letztendlich zu meinem aktuellen Schwerpunkt, der Umweltepidemiologie, geführt hat. Mich hat es schon früh fasziniert, wie sehr unsere Umwelt uns beeinflusst – oft unmerklich. Während meiner Ausbildung in der Zahnmedizin, wurde mir bewusst, wie äußere Faktoren die Entwicklung und sogar unser Aussehen beeinflussen können. Meine Neugier ging irgendwann über einzelne Patientinnen und Patienten hinaus und ich begann mich zunehmend dafür zu interessieren, wie sich die Umgebung, in der wir leben, auf die Gesundheit im größeren Maßstab – also in einer großen Bevölkerungsgruppe wie der NAKO – auswirkt.

Woran arbeitest du derzeit und warum ist NAKO für dein Projekt wichtig?

Ich untersuche, wie Umweltbelastungen – etwa Luftverschmutzung, Temperatur, Grünflächen – mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Stoffwechselerkrankungen zusammenhängen. Mich interessiert, wie sich langjährige Einflüsse einzelner oder kombinierter Umweltfaktoren auf Erkrankungen und das Sterblichkeitsrisiko auswirken. Die NAKO-Daten sind für meine Arbeit unverzichtbar, da ich Gesundheitsinformationen einer großen Bevölkerungsstichprobe mit detaillierten Umweltinformationen verknüpfen kann. Da viele Umwelteffekte klein, aber relevant sind, braucht es große, qualitativ hochwertige Datensätze, um sie zuverlässig zu erfassen – genau das bietet NAKO.

Was ist dir in deiner Arbeit besonders wichtig?

Ich lege großen Wert darauf, Forschung nicht nur wissenschaftlich fundiert, sondern auch verständlich zu gestalten. Forschung sollte nicht in Fachkreisen stecken bleiben, sondern für Politik, Gesundheitswesen und Öffentlichkeit nachvollziehbar sein. Wirklich wirkungsvolle Forschung ist für mich die, die in Entscheidungen einfließt und dazu beiträgt, Lebensumwelten und Gesundheit zu verbessern.

Wie hast du von der YoungNAKO erfahren – und was hat dich motiviert mitzumachen?

Ich wurde durch meine Doktorarbeit, auf das YoungNAKO-Programm aufmerksam. Eine Kollegin stellte uns das Programm YoungNAKO vor, und ich fand sofort, dass es perfekt zu meinen Interessen passt. Besonders schätze ich das interdisziplinäre und unterstützende Umfeld. Als internationale Forscherin hat mir YoungNAKO geholfen, die deutsche Forschungslandschaft besser zu verstehen, mich zu vernetzen und die NAKO-Daten gezielter zu nutzen.

Gab es besondere Erlebnisse im YoungNAKO-Programm?

Der praktische Teil im NAKO-Studienzentrum Augsburg war für mich ein Highlight. Ich konnte miterleben, wie die medizinischen Untersuchungen der Teilnehmenden tatsächlich ablaufen. Das hat mein Verständnis für die Datenerhebung enorm vertieft. Und ich erinnere mich gut an die herzliche Atmosphäre im Zentrum – sie hat mir gezeigt, wie wichtig Vertrauen und Teamgeist für den Erfolg einer Studie ist.

Welchen Tipp hast Du für Nachwuchsforschende?

Neugierig bleiben, Geduld haben und offen für Neues sein. Interdisziplinäre Forschung ist herausfordernd, aber auch ungemein bereichernd. Und: Traut euch, Ideen zu teilen – in Programmen wie der YoungNAKO findet man ein Netzwerk, das Austausch und gegenseitige Unterstützung lebt.

Steckbrief Forschungsprojekt

Titel
Long-term exposure to environmental factors and cardiometabolic multimorbidity and all-cause mortality

Zielsetzung
– Untersuchung der langfristigen Auswirkungen individueller Umweltexpositionen auf die kardiometabolische Morbidität (CMM).
– Untersuchung der gemeinsamen Auswirkungen von Umweltexpositionen auf die CMM.
– Bewertung des Modifikationseffekts bereits bestehender kardiometabolischer Erkrankungen auf den – Zusammenhang zwischen Umweltexpositionen und der Gesamtmortalität.
 
Beschreibung
Meine Forschung untersucht, wie sich Umwelteinflüsse wie Luftverschmutzung, Umgebungstemperatur und Grünflächen in der Nachbarschaft auf die kardiovaskuläre und metabolische Gesundheit auswirken, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf kardiometabolischer Multimorbidität liegt. Das übergeordnete Ziel meiner Arbeit ist es, epidemiologische Erkenntnisse zu gewinnen, um Präventionsstrategien und Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu entwickeln, die Gesundheitsrisiken durch Umweltfaktoren reduzieren und ein gesundes Altern fördern.
 
Forschungseinrichtungen
Institut für Epidemiologie, Helmholtz Munich & Institute of Molecular Biology (IMB), Mainz

Supervisor
Prof. Dr. Annette Peters
Dr. Susanne Breitner-Busch
Prof. Dr. Andreas Daiber

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