Fachsymposium der NAKO Gesundheitsstudie zum zehnjährigen Jubiläum

Am 4. Juni 2024 trafen sich rund 320 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der NAKO Gesundheitsstudie sowie Vertreterinnen und Vertreter aus bundesweiten Forschungseinrichtungen und der Politik zum Austausch in Berlin. Unter dem Motto „10 Jahre forschen für eine gesündere Zukunft” feierte die NAKO Gesundheitsstudie nicht nur Jubiläum, sondern nutze den Anlass für ein abwechslungsreiches Vortragsprogramm zu den Anfängen der Studie bis hin zu aktuellen Ergebnissen und Zukunftsplänen. Spannende Einblicke in die UK Biobank – Großbritanniens größte Bevölkerungsstudie – bot Keynote-Sprecher Prof. Paul Elliott in seinem Vortrag.

Judith Pirscher, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und Professor Dr. Maike Sander, Wissenschaftliche Vorständin des Max Delbrück Center in Berlin begrüßten die rund 320 Teilnehmenden im MDC.C Max Delbrück Communications Center in Berlin sowie die knapp 80 Onlineteilnehmerinnen und -teilnehmer des Fachsymposiums.

“Eine fundierte medizinische Datenlage ist für unser aller Gesundheit essenziell. Langzeitstudien wie die NAKO Gesundheitsstudie ermöglichen es, Krankheiten früher zu erkennen und gezielt zu behandeln. Das macht sie zu einem echten Datenschatz der Gesundheitsforschung. Zudem ermöglicht der NAKO Datensatz die Anwendung KI-gestützter Methoden zur Entwicklung neuer, personalisierter Medizin. Mit der dritten Untersuchung von 85.000 NAKO Teilnehmenden startet nun der nächste große Meilenstein dieses erfolgreichen Projekts”, sagte Judith Pirscher.

“Eines der insgesamt 18 bundesweiten NAKO Studienzentren ist bei uns am Max Delbrück Center angesiedelt“, sagte Professor Dr. Maike Sander. „In den Studienzentren werden die NAKO Teilnehmenden immer wieder von Kopf bis Fuß untersucht. Hier sehen wir im Zeitverlauf, wie es den Menschen ergeht: ob sich zum Beispiel eine Auffälligkeit, die keine Symptome verursacht, von allein zurückbildet. Wir freuen uns, die NAKO Community zum Wissenschaftlichen Symposium bei uns begrüßen zu dürfen und wünschen allen inspirierende Diskussionen.“

Elf Referentinnen und Referenten berichteten beim Wissenschaftlichen Symposium der NAKO Gesundheitsstudie über aktuelle Forschungsprojekte sowie über Einflüsse auf die Gesundheit, wie beispielsweise durch Umweltbelastungen, Lebensumstände oder durch geschlechtsspezifische Faktoren. Professor Dr. Paul Elliott, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der NAKO Gesundheitsstudie und Gründungsmitglied der UK Biobank sprach in der abschließenden Keynote über die Bedeutung großer Kohortenstudien und das Potenzial dieser Studien für unsere Gesundheit.

 „Die NAKO Gesundheitsstudie ist eine der wichtigsten Ressourcen für die bevölkerungsbasierte Epidemiologie in Deutschland. Ein Netzwerk aus 18 Studienzentren und 26 Forschungseinrichtungen hat seit 2014 eine leistungsstarke Daten- und Bioprobenbank zusammengetragen. Die Kombination aus der Größe der Studienpopulation, den detailreichen Datenerhebungen und dem Langzeitansatz ist auch international einmalig. Nun gilt es den größten Datensatz seiner Art in Deutschland, noch intensiver für Forschungsvorhaben zu nutzen, um möglichst viel Mehrwert für die Gesundheit unserer Gesellschaft zu schaffen,” fasste Professor Dr. Henry Völzke, Vorstandsvorsitzender NAKO e.V. den Wert der Studie zusammen.

Weitere Informationen

NAKO in den Medien

Interview mit Vorstandsmitglied PD Dr. Tamara Schikowski auf SWR Wissen

Beitrag „Größte deutsche Bevölkerungsstudie geht in die dritte Runde“ im Ärzteblatt

Beitrag Ultrafeine Partikel erhöhen das Herzinfarktrisiko im Ärzteblatt

 

Ansprechpartner für die Presse

Dr. Friederike Fellenberg
NAKO Gesundheitsstudie
Leiterin Projekt- und Wissenschaftskommunikation
Am Taubenfeld 21/2
69123 Heidelberg
Tel.: +49 6221 42620-62
E-Mail: friederike.fellenberg@nako.de

NAKO Gesundheitsstudie

Die NAKO Gesundheitsstudie ist die größte Langzeit-Bevölkerungsstudie in Deutschland. In 18 Studienzentren werden seit 2014 über 200.000 zufällig ausgewählte Personen medizinisch untersucht und nach ihren Lebensgewohnheiten befragt. Zum Start der Studie waren die Teilnehmenden im Alter von 20 – 69 Jahren. 

Die NAKO Gesundheitsstudie ist eine prospektive epidemiologische Kohortenstudie. Die Forschenden beobachten dabei eine große Gruppe, eine sogenannte Kohorte, aus gesunden, kranken oder ehemals kranken Menschen über eine lange Zeitspanne. Ziel ist es, durch wissenschaftliche Auswertungen der Daten der Teilnehmenden, Häufigkeit und Ursachen von Volkskrankheiten wie beispielsweise Krebs, Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen aufzuklären, Risikofaktoren zu erkennen und Wege für eine wirksame Vorbeugung und Früherkennung aufzuzeigen. 

Das Forschungsprojekt wird von 26 Einrichtungen getragen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Universitäten, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Leibniz-Gemeinschaft und weiteren Forschungsinstituten in Deutschland arbeiten in einem bundesweiten Netzwerk zusammen. Die Studie wird vom Verein NAKO e.V. durchgeführt. Finanziert wird sie aus öffentlichen Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), der Helmholtz-Gemeinschaft und der beteiligten Bundesländer.  

www.nako.de

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