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Besser essen und länger leben? – NAKO-Erkenntnisse von der International NAKO Conference 2026

Ernährung ist ein zentraler Baustein der Gesundheit. Da wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse bisher oft nur für eine begrenzte Auswahl an Lebensmitteln vorliegen, leisten große Kohortenstudien wie die NAKO Gesundheitsstudie einen entscheidenden Beitrag, um die Zusammenhänge präziser zu untersuchen.

Dr. Paula Stürmer, Wissenschaftlerin am Institut für Epidemiologie an der Universität Kiel, befasst sich mit ungelösten Fragen der gesunden Ernährung in Deutschland. Auf der International NAKO Conference am 03. und 04.09.2026 in München stellte sie in einer Posterpräsentation (Poster Associations of major food groups with all-cause mortality in a large sample from the German general population, Stürmer P et al.) und als Referentin (NAKO Research Session 1: Regional differences in associations of adherence to a Mediterranean and a Nordic diet with all-cause mortality) ihre Forschung vor.

Welche Nahrung ist gesund?

Für rotes Fleisch und Gemüse gibt es vergleichsweise gut untersuchte Zusammenhänge von Gesundheit und Lebenserwartung. Für Milchprodukte, Eier und weißes Fleisch sind die Befunde dagegen weniger klar. Zudem ist bisher wenig darüber bekannt, wie einzelne Lebensmittelgruppen und regionale Ernährungsgewohnheiten mit der langfristigen Gesundheit und Lebenserwartung zusammenhängen.

Wie gesund essen die Menschen in Deutschland? Eine Analyse der NAKO Gesundheitsstudie mit 9.035 Teilnehmenden untersuchte die Nahrungsaufnahme im 5-Jahres-Verlauf (2014–2019, 2019–2024) und fand keine merklich veränderte Ernährung vor, obwohl der Konsum von Fleisch, Milchprodukten und Alkohol über den Zeitverlauf deutlich abnahm (Poster Habitual dietary intake from baseline to first re-examination – Results from the German National Cohort (NAKO), Wawro N et al.).

Ernährung pro Langlebigkeit

Die im Poster vorgestellten Ergebnisse von Paula Stürmer und Team untersuchten Zusammenhänge zwischen 14 Hauptgruppen von Nahrungsmitteln und der Gesamtmortalität. Das NAKO-Kollektiv umfasste 135.534 Teilnehmende (Follow-up 7,4 Jahre). Die Analyse wurde mit Daten von Lebensmittellisten, Verzehrdaten in Gramm pro Tag und der Energieaufnahme aus der Basisuntersuchung erstellt.

Ein höherer Verzehr von Früchten, Gemüse, Nüssen und Vollkornprodukten stand mit einem niedrigen Sterberisiko im Zusammenhang, während der höhere Konsum von Eiern, rotem Fleisch, verarbeiteten Fleischprodukten und süßen Softdrinks mit einer verminderten Lebenserwartung assoziiert war. Für Weißmehl- und Milchprodukte (gesamt und fettarm), Fisch und weißes Fleisch waren keine eindeutigen Assoziationen mit der Überlebensrate erkennbar.

Nordische oder mediterrane Kost?

Im Vortrag stellte Paula Stürmer Ergebnisse vor, die regionale Unterschiede im Sterblichkeitsrisiko untersucht haben bei Menschen, die eine mediterrane oder nordische Kost bevorzugen. Die nordische Ernährung basiert auf Essgewohnheiten in skandinavischen Ländern und umfasst Früchte/Gemüse (wie Äpfel, Kohl und Wurzelgemüse), Roggenbrot, Haferprodukte und Fisch. Die Mittelmeerkost beinhaltet den regelmäßigen Verzehr von Früchten/Gemüse (wie Tomaten, Zucchini, Zitrusfrüchte), Nüssen, Bohnen und Fisch und vergleichsweise geringe Verzehrmengen an Fleisch und Milchprodukten.

An der Studie waren 135.534 NAKO-Teilnehmende mittleren Alters beteiligt, davon 19.996 und 29.539 Teilnehmende einer nördlichen (Studienzentren Kiel, Hamburg, Bremen) und südlichen Region (Studienzentren Regensburg, Freiburg, Augsburg) Deutschlands.

Die Fragestellungen, die Paula Stürmer in ihrem Vortrag adressierte, waren:

  1. Hängt mediterrane oder nordische Ernährung mit einer längeren Überlebenszeit zusammen?
  2. Gibt es unterschiedliche Sterberisiken für die mediterrane und nordische Ernährung in nördlichen und südlichen Regionen in Deutschland?

Die statistische Analyse nutzte zwei regionsspezifische Ernährungsmuster/Scores: den Modified Mediterranean Diet Score, kurz MMDS (mediterrane Kost), und den Healthy Nordic Food Index, kurz HNFI (nordische Kost). Während 7,4 Jahren Nachbeobachtung verstarben 2.684 Teilnehmende.

Die Ergebnisse bestätigten die bekannte Assoziation zwischen der Mittelmeerkost und einem verringerten Sterberisiko. Neu ist, dass die nordische Kost, anders als in der Fachliteratur beschrieben, nicht eindeutig mit der Gesamtmortalität assoziiert war. MMDS- und HNFI-Daten waren in beiden Studienregionen vergleichbar, die Studienteilnehmenden zeigten also eine ähnliche Adhärenz an beide Ernährungsmuster. Hinweise auf regionsspezifische Assoziationen mit dem Überleben wurden nicht festgestellt, eine gleichfalls neue Erkenntnis.

„Eine gesunde, überwiegend pflanzliche Ernährung wirkt sich mutmaßlich positiv auf die Überlebenszeit aus, unabhängig von Unterschieden in regionalen Ernährungsgewohnheiten“, schlussfolgert Paula Stürmer.

Autor: Eberhard J. Wormer

Weiterführende Informationen

Expertengruppe Ernährung der NAKO
Expertengruppe Lebensstil, Ernährung – NAKO Gesundheitsstudie

Publikationen

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Veranstaltung: International NAKO Conference 2026
Webseite: www.nako.de/conference
Wissenschaftliche Leitung: Dr. Marie-Theres Huemer, Prof. Dr. Wolfgang Lieb, Prof. Dr. Annette Peters, Prof. Dr. Tobias Pischon, Prof. Dr. Tamara Schikowski
Termin: 03.09.2026–04.09.2026
Ort: Kongresszentrum Helmholtz Munich, Ingolstädter Landstr. 1, D-85764 Neuherberg
Veranstalter: Helmholtz Munich
Organisation: NAKO e.V.
Kontakt: conference@nako.de

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