Die NAKO Gesundheitsstudie ist am europäischen Projekt Genome of Europe beteiligt. Dafür werden – mit Zustimmung der Teilnehmenden – genetische Daten gewonnen und rund 10.000 Genome vollständig sequenziert. Die Daten fließen in eine gemeinsame europäische Referenzdatenbank ein, die die genetische Vielfalt in Europa abbilden soll. Ziel ist es, mit diesen Daten durch medizinische Forschung Diagnostik, Behandlung sowie Prävention von Erkrankungen zu verbessern.
Worum geht es bei dem Projekt Genome of Europe?
Beim Projekt Genome of Europe wird eine gemeinsame sogenannte Vergleichsbasis für genetische Informationen aufgebaut. Hierfür wird eine Datenbasis mit mindestens 100.000 Genomen, die die genetische Vielfalt der europäischen Bevölkerung möglichst gut abbilden soll, geschaffen. Ziel ist es, mit diesen Daten durch medizinische Forschung Diagnostik, Behandlung sowie Prävention von Erkrankungen zu verbessern.
Das Projekt wird gemeinsam von mehreren Partnern aus Europa durchgeführt und von der Europäischen Union finanziell unterstützt. Die Kosten, die in Deutschland entstehen, werden zusätzlich zur Hälfte vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mitfinanziert. Die NAKO Gesundheitsstudie leistet mit Daten freiwilliger Teilnehmender einen wichtigen Beitrag zu diesem Vorhaben.
Was ist ein Genom?
Ein Genom bezeichnet die gesamte Erbinformation eines Lebewesens. Das Genom enthält den vollständigen Bauplan für dessen Entwicklung, Aufbau und sämtliche Körperfunktionen. Beim Menschen ist dieser genetische Bauplan in Form der DNA gespeichert.
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Mehr InformationenWas ist das Ziel von Genome of Europe?
Das Projekt will die genetische Vielfalt der europäischen Bevölkerung in Hinblick auf Gesundheit und Krankheitsentstehung besser verstehen. Dies ist die Grundlage, damit medizinische Versorgung und nachhaltige Präventionsmaßnahmen verlässlicher für alle genutzt werden können. Die zukünftigen Erkenntnisse sollen eine bessere, präzisere und zugängliche Medizin in Europa schaffen.
Meine Genomdaten: Teilen und helfen
Hier erfahren Sie verständlich, was genetische Daten sind, welche Rolle sie in der Medizin spielen und was es bedeutet, sie zu teilen.
Warum werden so viele Daten für das Projekt Genome of Europe gebraucht?
Die große Datenbasis ist wichtig, weil viele genetische Varianten selten sind und nur mit vielen Daten zuverlässig bewertet und eingeordnet werden können. Je größer und vielfältiger die Datenbasis ist, desto besser lassen sich genetische Unterschiede erkennen und einordnen.
Für Deutschland ist vorgesehen, insgesamt 20.000 Genome beizutragen, darunter rund 10.000 sequenzierte Proben aus der NAKO Gesundheitsstudie.
Wofür soll die europäische Datenbasis genutzt werden?
Die europäische Datensammlung wird nicht nur aufgebaut, sondern auch praktisch erprobt. Dafür werden verschiedene Anwendungsfälle getestet, beispielsweise:
- welche seltenen Veränderungen im Erbgut, die Wirkung von Medikamenten beeinflussen können,
- ob sich das Risiko für häufige Krankheiten besser einschätzen lässt, wenn Daten aus verschiedenen europäischen Studien gemeinsam ausgewertet werden,
- und welche Labormethoden das Erbgut besonders genau und vollständig analysieren können.
Wie wurden die genetischen Daten aus meiner Bioprobe gewonnen?
Im Rahmen der Einwilligungserklärung haben Sie Bioproben für wissenschaftliche, gesundheitsbezogene Forschungszwecke zur Verfügung gestellt. Aus diesen Bioproben wurden im Labor mithilfe der sogenannten Sequenzierung die genetischen Informationen gewonnen. Dabei wurde die Reihenfolge der Bausteine der DNA bestimmt – vergleichbar damit, einen sehr langen Text Buchstabe für Buchstabe digital zu erfassen. Anschließend können diese Sequenzdaten ausgewertet werden, zum Beispiel um Muster zu erkennen, die mit der Entstehung von Krankheiten zusammenhängen könnten.
Woher weiß ich, ob ich Teil von Genome of Europe bin?
Im Rahmen der Einwilligung und des Aufklärungsgesprächs bei der Drittuntersuchung (dem 10-Jahres-Follow-up) wurden sie gefragt ob sie einer genetischen Analyse zustimmen. Wenn Sie dies unterstützen, haben Sie im Studienzentrum eine Einwilligung unterschrieben.
Insgesamt 10.000 Genome aus allen NAKO-Teilnehmenden des 10-Jahres-Follow-ups werden für das Projekt Genome of Europe genutzt. Wenn Sie wissen wollen, ob Sie dazugehören, nehmen Sie bitte Kontakt mit Ihrem Studienzentrum auf, die dies prüfen können.
Die Kontaktdaten der Studienzentren finden Sie hier.
Wie werden meine Daten geschützt?
Genetische Daten sind besonders sensibel, weil sie Rückschlüsse auf Sie als Person erlauben. Sie werden deshalb streng geschützt. Dazu gehören technische, organisatorische und rechtliche Sicherheitsmaßnahmen sowie klare Regeln für den Zugang zu den Daten.
Die genetischen Informationen des Menschen (mit Ausnahme eineiiger Zwillinge) sind einmalig und werden von Generation zu Generation weitergegeben. Aus diesem Grund können Ihre genetischen Daten einfacher als andere medizinische Daten Ihnen oder auch Ihren Angehörigen und Nachkommen zugeordnet werden. Dies ist selbst dann der Fall, wenn die Daten ohne direkt identifizierende Daten wie etwa Namen oder Adressen vorliegen. Die Möglichkeit einer unberechtigten Zuordnung besteht insbesondere dann, wenn Sie schon selbst umfangreiche genetische Daten von sich preisgegeben haben, z. B. durch die Erstellung und Veröffentlichung von kommerziellen DNA-Profilen zur Ahnenforschung.
Der Zugriff auf die Daten innerhalb des Projekts Genome of Europe und seiner Partner wie des NAKO e.V. ist ausschließlich für festgelegte Forschungszwecke und über geregelte Zugangsverfahren möglich. Eine Nutzung erfolgt nur dann, wenn Sie als Teilnehmender eingewilligt haben, die Nutzung der Daten durch Forschende wissenschaftlich begründet, rechtlich zulässig und mit den Schutzvorgaben des Projekts vereinbar sind. Ein geringes Restrisiko kann trotz aller Maßnahmen nie vollständig ausgeschlossen werden; es wird aber so weit wie möglich reduziert.
Wer darf meine genetischen Daten nutzen?
Die genetischen Daten dürfen nur für klar definierte Forschungszwecke genutzt werden. Zugriffsrechte werden nach einem geregelten Verfahren an Forschende international vergeben, das die wissenschaftliche Begründung, die rechtlichen Vorgaben und die Schutzanforderungen des Projekts berücksichtigt. Damit ist sichergestellt, dass die Nutzung nicht willkürlich erfolgt, sondern an feste Bedingungen gebunden ist.
Wer verwaltet meine Bioprobe und die daraus entstandenen genetischen Daten?
Ihre Bioproben werden vom NAKO e. V. bzw. von der zuständigen NAKO-Einrichtung verwaltet. Wenn die Sequenzierung in einem beauftragten Labor erfolgt, arbeitet dieses im Auftrag und nach vertraglich festgelegten Vorgaben. Beauftragte Labore werden nicht Verwalter Ihrer Daten.
Die aus der Sequenzierung entstehenden genetischen Daten und Forschungsergebnisse werden von den verantwortlichen NAKO-Einrichtungen und dem NAKO e.V. verwaltet.
Wie kann ich meine Rechte als Datenspender ausüben?
Im Projekt Genome of Europe werden pseudonymisierte Daten verarbeitet. Das heißt direkte Angaben wie Name oder Geburtsdatum werden entfernt, sodass eine unmittelbare Zuordnung zu einer bestimmten Person nicht möglich ist.
Als teilnehmende Person haben Sie nach der DSGVO verschiedene Rechte im Umgang mit Ihren Daten. Dazu gehören insbesondere das Recht auf Auskunft, Berichtigung, Löschung sowie das Recht auf Einschränkung der Verarbeitung. Sie können außerdem der Nutzung Ihrer genetischen Daten im Projekt Genome of Europe widersprechen. Bitte wenden Sie sich hierfür an Ihr Studienzentrum. Dort erhalten Sie Informationen zu den nächsten Schritten.
Wo kann ich mich über Forschungsergebnisse informieren?
Informationen zu Forschungsergebnissen des Projekts Genome of Europe finden Sie auf der offiziellen Projektwebseite sowie auf den Webseiten der beteiligten Partner und der Europäischen Union. Je nach Thema können dort auch wissenschaftliche Berichte und Projektupdates veröffentlicht werden.
- Webseite von Genome of Europe
- Mehr zu Ergebnissen der NAKO-Forschung finden Sie unter www.nako.de/ergebnisse