Volkskrankheiten im Fokus

In Deutschland sind über zwei Drittel aller Todesfälle ursächlich zurückzuführen auf Krebs, koronare Herzerkrankungen, Schlaganfall und Komplikationen im Zusammenhang mit Diabetes-Erkrankungen.

Die 10 häufigsten Todesursachen im Jahr 2013

Todesursache Anzahl Gestorbene
Chronische ischämische Herzkrankheit 73 176
Akuter Myokardinfarkt (Herzinfarkt) 52 044
Herzinsuffizienz (Herzschwäche, Herzmuskelschwäche) 45 815
Bösartige Neubildung der Bronchien und der Lunge (Lungen- und Bronchialkrebs) 44 813
Sonstige chronische obstruktive Lungenkrankheit 28 882
Nicht näher bezeichnete Demenz 24 738
Hypertensive Herzkrankheit 24 669
Schlaganfall, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet 18 883
Pneumonie, Erreger nicht näher bezeichnet (Lungenentzündung) 18 797
Bösartige Neubildung der Brustdrüse (Brustdrüsenkrebs (Mamma)) 18 009

Quelle: Statistisches Bundesamt, https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/Todesursachen/Tabellen/HaeufigsteTodesursachen.html

In einer stetig alternden Bevölkerung wächst auch die Zahl von Personen mit schwerwiegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die durch Lungenerkrankungen, Erkrankungen des Nervensystems (bspw. Demenz oder Bewegungsstörungen) und andere altersbedingte Erkrankungen, wie rheumatische oder abbauende Erkrankungen des Bewegungsapparats, hervorgerufen werden.

Die zunehmende weltweite Mobilität erleichtert die Ausbreitung neuer oder besiegt geglaubter Infektionskrankheiten. Diese Erkrankungen können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen, verlaufen häufig chronisch oder verschlechtern sich über den Zeitverlauf und können zu einer erhöhten Sterblichkeit führen. Neben dem persönlichen Leidensdruck für Betroffene und Angehörige haben sie erhebliche gesellschaftliche und ökonomische Folgen für die Sozialversicherungssysteme.

Es gibt vermehrt Hinweise, dass bestimmte Lebensstil-Faktoren, wie beispielsweise Rauchen, Alkoholkonsum, ungesunde Ernährung und fehlende  körperliche Aktivität eine wichtige Rolle bei der Entwicklung jeder dieser chronischen Erkrankungen spielen können. Die genauen Zusammenhänge sind aber meistens unklar.

Es gibt weitere mögliche Risikofaktoren:

  • virale und bakterielle Infektionen
  • chronische Entzündungsprozesse
  • psychosozialer Stress
  • berufliche und Umwelt-Expositionen
  • Beeinträchtigungen des Immunsystems.

Neuere Studien legen nahe, dass einige dieser Risikofaktoren bei verschiedenen chronische Krankheiten, wie beispielsweise Diabetes, bestimmte Krebsarten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine Rolle spielen.

Es bleiben viele offene Fragen hinsichtlich der genauen Wirkung und Bedeutung dieser Risikofaktoren, ihrer möglichen ursächlichen Zusammenhänge und der Wechselwirkungen mit der genetischen Variabilität. Die Beantwortung dieser Fragen ist eine wichtige Voraussetzung, um die Risiken, aber auch die möglicherweise schützenden Faktoren besser zu verstehen.

Hier setzt die Arbeit der NAKO an. Mit Hilfe von Informationen und der Erhebung von Daten u.a. zu Lebensstil, Umwelteinflüssen und sozialen Lebensumständen können mit der Studie dringliche Fragen beantwortet werden. Die NAKO wird damit einen entscheidenden Beitrag zu einer verbesserten Vorbeugung, Früherkennung und Behandlung von chronischen Krankheiten liefern.