Hier finden Sie Interviews mit Wissenschaftler*innen innerhalb der NAKO.

Unsere Fragen an Prof. Dr. Wolfgang Rathmann zum Weltdiabetes-Tag

Kurzvita:

• Apl. Professor für Epidemiologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
(seit 2018)
• Stellvertretender Direktor, Institut für Biometrie und Epidemiologie, Deutsches Diabetes-Zentrum, Düsseldorf (seit 2002)
• Master of Science in Public Health, University of Alabama at Birmingham, USA (1995)
• Staatsexamen Humanmedizin und Promotion (Dr. med.), Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf (1986)

Heute stellen wir anlässlich des Weltdiabetestag Professor Dr. Wolfgang Rathmann, einen der vielen ehrenamtlich tätigen Wissenschaftler*innen aus dem NAKO Konsortium, vor.

• Herr Prof. Rathmann, Sie sind Stellvertretender Direktor des Instituts für Biometrie und Epidemiologie am Deutschen Diabetes-Zentrum, war das Ihr Traumberuf als Kind?
In meiner Grundschulzeit sollten wir in einem Aufsatz unseren Berufswunsch aufschreiben. Ich habe schon damals „Arzt“ geschrieben und mich nach dem Abitur anstatt für ein Musikstudium für die Medizin entschieden. Zur Epidemiologie bin ich später während meiner Weiterbildung als wissenschaftlicher Assistent gekommen.

• Was war Ihr Antrieb, sich der Wissenschaft zu widmen?
Während meiner Promotion und der Assistenzzeit an der Universität hat mich vor allem die Auswertung von Daten fasziniert, ganz besonders das Aufdecken von vorher nicht erkennbaren Zusammenhängen zwischen Risikofaktoren und Erkrankungen. Das ist bis heute so geblieben! So war ich u.a. an der weltweit ersten Studie federführend beteiligt, die einen Zusammenhang zwischen Luftschadstoffen aus dem Straßenverkehr und Typ-2-Diabetes gefunden hat.

• Was haben Sie studiert und warum beschäftigen Sie sich schwerpunktmäßig mit der Forschung von Diabetes?
Nach dem Medizinstudium und der klinischen Weiterbildung in Innerer Medizin habe ich die Gelegenheit wahrgenommen, mit Unterstützung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes ein Postgraduiertenstudium in Epidemiologie in den USA zu absolvieren. Aufgrund meiner Promotion in der klinischen Diabetesforschung wurde mir eine Stelle als wiss. Mitarbeiter in der Diabetologie angeboten. Die inhaltliche Breite der Diabetesforschung von Genetik bis zur Versorgungsforschung fasziniert mich bis heute.

• Wie sind Sie zur NAKO gekommen und was fasziniert Sie am Forschungsprogramm der NAKO besonders?
Durch meinen früheren Chef Prof. Guido Giani am Diabetesforschungsinstitut war ich von Beginn an in die Planungen der NAKO involviert. Zum ersten Mal in Deutschland ist es gelungen, eine Vielzahl unterschiedlicher epidemiologischer Fragestellungen in einem nationalen Großprojekt gemeinsam zu bearbeiten.

• In der NAKO sind Sie Modulverantwortlicher für den oGTT (oraler Glukosetoleranztest). Was bedeutet das?
Diabetes mellitus umfasst eine Gruppe unterschiedlicher Erkrankungen, deren gemeinsames Charakteristikum die erhöhte Blutglukose (Hyperglykämie) ist. Die Hyperglykämie lässt sich durch Bestimmung der aktuellen Blutglukosekonzentration (nüchtern oder nach Mahlzeiteneinnahme) oder durch Messung des HbA1c (glykiertes Hämoglobin) nachweisen. Im oralen Glukosetoleranztest (OGTT) wird der aktuelle Blutglukosewert im Nüchternzustand und 2 Stunden nach der oralen Aufnahme einer definierten Glukosemenge gemessen. Hiermit lassen sich auch Personen identifizieren, die zwar im Nüchternzustand normale, nach Aufnahme größerer Glukosemengen jedoch erhöhte Blutglukosekonzentrationen haben.
Etwa 40-50% aller neu diagnostizierten Diabetesfälle werden allein durch die 2-Stunden-Glukose im OGTT identifiziert. Der OGTT ist der internationale Goldstandard für epidemiologische Studien im Bereich Diabetes, weil er auch Diabetesvorstufen erfasst (gestörte Nüchternglukose; verminderte Glukosetoleranz). Der OGTT bildet somit das gesamte Ausmaß von Glukosetoleranzstörungen in einer Population ab.

• Was kann man von der NAKO Gesundheitsstudie in Punkto Diabetes erwarten?
Aufgrund der Größe der Studie und der wiederholten Untersuchungen werden die in der NAKO erhoben Daten u.a. dabei helfen, einige zentrale Fragen der aktuellen Diabetes-Forschung zu beantworten:
– Wie sollen Diabetes und dessen Vorstufen diagnostiziert werden?
– Welche Untergruppen des Diabetes gibt es und welches Risiko haben diese Subgruppen für Herzkreislauf- und Nierenerkrankungen?
– Wie sollte ein neu entdeckter Diabetes behandelt werden? Welche Rolle spielen z.B. genetische Marker für die Wirksamkeit und Sicherheit von glukosesenkenden Medikamenten?
– Warum haben Menschen mit Diabetes ein erhöhtes Risiko für eine Herzschwäche?
Durch die Nachuntersuchungen mit dem OGTT kann weiterhin der Verlauf von Diabetes-Vorstufen untersucht und das Neuauftreten von Diabetes erfasst werden. Neben Lebensstil und Ernährung können dabei auch Umweltfaktoren, wie z.B. Luftschadstoffe, als Risikofaktoren ausgewertet werden. Da die NAKO viele Untersuchungen durchführt, können Zusammenhänge zwischen Diabetes und seinen Vorstufen mit anderen Erkrankungen besser verstanden und effektive Möglichkeiten der Prävention aufgezeigt werden.

• Zum Abschluss eine etwas unorthodoxe Frage: Wenn Sie nicht forschen, was tun Sie zur Entspannung? Treiben Sie aktiv Sport?
Gitarre spielen (Band und kleinere Ensembles), Lesen, Fahrradfahren
Von einer Sportmedizinerin habe ich gelernt, dass Sport in den Alltag integriert werden sollte. Daher bin ich vor Covid-19 täglich mit dem Fahrrad ca. 30 Minuten zum Bahnhof gefahren und erst dort in den Regionalexpress eingestiegen.

Unsere Fragen an Prof. Dr. Henry Völzke – Vorstandsmitglied der NAKO

  1. Was wollten Sie als Kind werden? Wissenschaftler?

Schiffsarzt war mein erster Berufswunsch mit sechs Jahren.
Was war Ihr Antrieb, sich der Wissenschaft zu widmen?

Neugier, Langeweile bei wiederkehrenden Tätigkeiten

  1. Was haben Sie studiert?

Humanmedizin

  1. Wie sind Sie zur NAKO gekommen?

Als PI des SHIP-Projektes wurde ich in das initiale Epidemiologische Planungskomitee aufgenommen.

  1. Was fasziniert Sie am Forschungsprogramm der NAKO besonders?

Die Größe und die zunehmende Bedeutung des Projektes.

  1. Wenn Sie nicht forschen, was tun Sie zur Entspannung?

Triathlon, Ausflüge, Reisen

Kurzvita:

– NAKO-Vorstandsmitglied seit 2018
– DGEpi-Präsident 2014/15
– Studienleiter der Study of Health in Pomerania seit 2007
– Deutschlandrepräsentant im Iodine Global Network (IGN) seit 2006
– Facharzt für Innere Medizin seit 2001

Oktober: der Monat gegen Brustkrebs – unsere Fragen an Prof. Dr. Dr. Michael Leitzmann

Kurzvita:

  • Geboren in Columbus, Ohio, als zweites von vier Kindern
  • Aufgewachsen in den USA, Thailand und Deutschland
  • Medizinstudium & Facharzt für Innere Medizin in Gießen, Berlin und Hamburg
  • Zweitstudium in Public Health in den USA
  • Seit 2008 Professor für Epidemiologie & Präventivmedizin an der Uniklinik Regensburg

Der Monat Oktober steht für den Kampf gegen Brustkrebs. Zu diesem Anlass haben wir Prof. Dr. Dr. Michael Leitzmann von der Universität Regensburg zum Thema Krebs interviewt.

  1. Wie sind Sie zu Ihrem heutigen Beruf gekommen? Wie kam Ihre Entscheidung, in der Krebsforschung zu arbeiten?

Ich habe Medizin studiert, in Gießen und in Berlin, und habe meine Facharztweiterbildung zum Internisten in Hamburg abgeschlossen. Durch meine Erfahrungen mit schwerkranken Patienten ist mir im Laufe meiner klinischen Tätigkeit die Bedeutsamkeit der Krebspräventionsforschung bewusst geworden. Was wäre, wenn … ein Patient nicht geraucht hätte? … mehr Sport getrieben hätte?… sich gesünder ernährt hätte? Welche Diagnose und vor allem welches Leid wäre den Patienten und dessen Angehörigen erspart geblieben?

 

  1. Welche Rolle spielt die NAKO für die Krebsforschung?

Die NAKO ist die größte deutschlandweite Bevölkerungsstudie zur Erforschung der Ursachen von Krankheiten, darunter Krebserkrankungen. Die in der NAKO fortlaufend erhobenen Daten ermöglichen es uns [Wissenschaftler*innen, Anm. d. R.], genauere Aussagen zu verschiedensten persönlichen und umweltbezogenen Faktoren und deren Auswirkungen auf das Krebsgeschehen zu treffen. Mit diesen wertvollen Forschungsergebnissen können Menschen besser und selbstbestimmter über ihre eigene Gesundheit entscheiden.

 

  1. Wie können Menschen noch schneller an ihrem Wohnort, in der Stadt und auf dem Land, von den Forschungsergebnissen profitieren?

Wir arbeiten in der NAKO vor allem durch enge Zusammenarbeit mit lokalen Medien, aber auch durch eine starke Internet Präsenz.

 

  1. Wie kann verhindert werden, dass Menschen an Krebs erkranken?

Die meisten genetisch bedingten Krebserkrankungen können schwer oder gar nicht verhindert werden. Das ist leider immer noch so. Aber viele Krebserkrankungen werden durch einen ungesunden Lebensstil mitverursacht. Dabei spielen zum Beispiel das Rauchen, der Alkoholkonsum, das körperliche Übergewicht, die Bewegungsarmut und das übermäßige Sonnenbaden eine wichtige Rolle. Das Einhalten eines gesunden Lebensstils kann in diesem Fall dazu beitragen, eine Krebserkrankung zu verhindern.

 

  1. Wie schätzen Sie den Erfolg von Initiativen wie z. B. dem Oktober als Monat gegen Brustkrebs ein?

Ich denke es ist wichtig, dass sich diese Themen bei den Menschen einprägen und wir beispielsweise die Geschichten von Brustkrebsüberlebenden hören, Geschichten, die uns in Erinnerung bleiben und uns zum Tun motivieren. Wir möchten das Bewusstsein dafür stärken, dass die Krebsprävention sehr viel Sinnvolles bewirken kann, sowohl im Hinblick auf die Abwendung einer Krebsdiagnose als auch auf die Abmilderung des Verlaufs einer bereits eingetretenen Krebserkrankung. Uns allen sollte klar sein, dass Krebs nicht nur die anderen betrifft, sondern auch unsere Nachbarn, unsere Freunde, uns nahestehende, geliebte Menschen und sogar uns selbst betreffen kann.

 

  1. Gibt es Faktoren, die Krebs begünstigen, von den Menschen aber eher unterschätzt werden?

Emotional betrachtet ist es oft so – besonders, wenn man jung ist – dass man denkt, dass Krebs nichts mit einem selbst zu tun hat, dass es einen nie treffen wird. Außerdem wissen viele nicht, dass eine Krebserkrankung mitunter Jahrzehnte benötigt bis sie zum Ausbruch kommt. Man kann sich als junger Mensch einfach nicht vorstellen, dass die Konsequenzen für das Verhalten als Teenager sich erst zeigen, wenn man in seinen Fünfzigern oder Sechzigern ist. Das ist ein bisschen so wie der Zusammenhang zwischen dem langfristigen globalen Klimawandel und dem aktuellen Wetter.

 

  1. Gibt es Dinge, die man tun kann, um Krebs vorzubeugen?

Da gibt es sehr viel, was man tun kann. Vor allem auf das Körpergewicht achten, sich viel bewegen, sich gesund ernähren, nicht rauchen, wenig Alkohol trinken, auf UV Schutz achten, Krebsvorsorgeuntersuchungen wahrnehmen und Impfungen zur Krebsprävention durchführen – Hepatitis-B-Impfung für Neugeborene sowie HPV Impfung für Kinder bzw. Jugendliche.

Interview zum Tag der Zahngesundheit mit Prof. Dr. Stefan Rupf

Heute ist internationaler Tag der Zahngesundheit. Und zu diesem Anlass haben wir Prof. Dr. Stefan Rupf von der Universität des Saarlandes interviewt. Er ist Professor für Synoptische Zahnmedizin und hat uns unter anderem Tipps für eine gute Zahnhygiene gegeben:
1. Wie sind Sie zu Ihrem heutigen Beruf gekommen? Haben Sie sich schon immer für Zahnmedizin interessiert?
Ich habe mich schon immer für diesen Beruf interessiert. Bereits als Kind hatte ich den Wunsch, Zahnarzt zu werden. Ich hatte im Bekanntenkreis meiner Eltern ein Rollenmodell, einen Zahnarzt, der mir persönlich sehr imponiert hat.
2. Welche Zahnuntersuchungen werden im Rahmen der NAKO-Untersuchung gemacht?
Es werden ein Karies- und Füllungsstatus, ein Parodontalstatus sowie Funktionsstatus erhoben. Weiterhin werden einige kieferorthopädische Befunde erfasst und abschließend eine Speichelprobe gewonnen.
3. Inwiefern hilft die NAKO dabei, mehr über das Thema Zahngesundheit herauszufinden?
Es handelt sich um eine Kohortenstudie. Die Anzahl der einbezogenen Probanden ist sehr groß. Die Studie erfasst gleichzeitig viele allgemeinmedizinische, lebens- und verhaltensbezogene Daten. Dadurch ist es möglich, Zusammenhänge von Mundgesundheit und allgemeiner Gesundheit und den gegenseitigen Einfluss von Erkrankungen herauszufinden.
4. Gibt es Gefahren für die Zähne, die häufig unterschätzt werden?
Ja, sowohl Karies als auch Parodontitis bzw. das Risiko für diese Erkrankungen begleiten den Menschen ein Leben lang. Allgemeinerkrankungen beeinflussen die Mundgesundheit und beschleunigen die Progression oraler Erkrankungen. Es ist wichtig, regelmäßig zahnmedizinische Betreuung in Anspruch zu nehmen. Dadurch werden neben Karies und Parodontitis auch funktionsbeeinträchtigende Zustände frühzeitig erkannt. Ebenso wird die Entstehung von Vorläuferstadien von Krebserkrankungen der Mundhöhle erfasst. Für alle oralen Erkrankungen ist die frühzeitige Therapie für den Erfolg entscheidend.
5. Wann sollten Eltern anfangen, mit ihren Kindern das Zähneputzen zu üben?
Mit dem Erscheinen des ersten Zahnes im 6. Monat sollten die Eltern beginnen den Kindern die Zähne zu putzen. Nach und nach übernehmen die Kinder entsprechend der Entwicklung ihrer kognitiven und motorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten das Zähneputzen. Die KAI-Methodik (Die KAI-Methode empfehlen Zahnärzte für das Putzen von Milchzähnen (Anm. der R.) ist dabei sehr hilfreich. Die Eltern sollten bis in die Pubertät hinein das Zähneputzen kontrollieren. Dies ist insbesondere wichtig, da ja nach dem Milchgebiss zwischen dem 6. und 12. Lebensjahr die bleibende Dentition erscheint. Das Putzen muss immer wieder an die Gegebenheiten angepasst werden.
6. Verändern sich die Bedürfnisse der Zähne in verschiedenen Lebensaltern?
Ja, in der Kindheit und der Jugend steht vor allem die Prävention der Karies im Vordergrund. Der entscheidende Faktor ist hier neben der Entfernung der Zahnbeläge (Plaque, Biofilm) die ausreichende, direkte Versorgung der Zahnoberflächen mit Fluorid, dass in modernen Zahnpasten verfügbar ist und durch Putzen an seinen Wirkungsort geführt wird. Durch das Putzen wird in Kindheit und Jugend auch die Entstehung der Gingivitis verhindert. Dies ist prophylaktisch wichtig für die Vermeidung der Parodontitis.
Im Erwachsenenalter spielen die Prophylaxe und gegebenenfalls Therapie der Parodontitis eine wichtige Rolle. Die präventiv-restaurative Therapie hat neben der fortlaufenden Kontrolle der Karies den Ausgleich funktioneller Schäden zum Inhalt, die zum Beispiel durch stressbedingtes Knirschen oder den Biss auf einen Stein in der Nahrung entstehen.
7. Was kann man im Alltag – außer Zähne putzen – tun, um bis ins hohe Alter gesunde Zähne zu haben?
Die Zahn- und Mundpflege sollte unter Zuhilfenahme professioneller Empfehlungen ständig an die sich ändernden Lebensumstände angepasst werden.
Wichtig sind regelmäßige zahnmedizinische Kontrolle und frühzeitige Intervention bei initialen Erkrankungsstadien. Die gilt für Karies, parodontale und funktionelle Erkrankungen sowie für Mundschleimhautveränderungen.
Eine zuckerarme Ernährung ist ein wichtiger Baustein der Kariesprävention. Eine gesunde Ernährung insgesamt hilft, Entzündungen der Mundschleimhaut und des Parodonts vorzubeugen.

Kurzvita:

1989 – 1994 Studium der Zahnmedizin an der Universität Leipzig
1997 / 2006 Promotion, Habilitation Universität Leipzig
2020 Professur für Synoptische Zahnmedizin an der Universität des Saarlandes
2021 Master of Medical Education, Universität Heidelberg

Interview mit Prof. Dr. Marcella Rietschel zum Are You Okay-Day

Der 16. September ist der Are You Okay-Day, und wir haben zu diesem Anlass Prof. Dr. Marcella Rietschel vom Zentralinstitut für seelische Gesundheit interviewt.
1. Was waren Ihre Gründe/Ihre Motivation, sich in Ihrer beruflichen Laufbahn dem Thema mental health zu widmen?
Schon als Kind hat es mich fasziniert, wie unterschiedlich Menschen sind und wie unterschiedlich sie auf Dinge und Ereignisse reagieren. Später interessierte mich, ihre Reaktionen vorherzusehen und beeinflussen zu können und vor allem zu verstehen, wie dies alles passiert und zusammenhängt. Dies hat dann letztendlich auch dazu geführt, dass ich von der Chirurgie in die Psychiatrie gewechselt bin.
2. In den letzten Jahren, und gerade auch durch die Pandemie, wurde vermehrt über mental health gesprochen. Ist das vielleicht eine der wenigen positiven Entwicklungen, die wir Corona „zu verdanken“ haben?
Das Bewusstsein hinsichtlich der Bedeutung von Mental Health hat im Laufe der letzten Jahrzehnte glücklicherweise stark zugenommen. Einen sehr positiven Einfluss auf diese Entwicklung hatten initial hier in Deutschland sicherlich auch die vom Bundesministerium für Forschung geförderten Kompetenznetze zu psychischen Störungen wie „Depression und Suizidalität“, in deren Rahmen Ende des letzten Jahrtausends erstmals in Kinos und Plakaten Menschen darauf hingewiesen wurden, dass Depressionen häufig und vor allem behandelbar sind. Zuvor wurden psychische Störungen weitgehen tabuisiert. Heute ist die Bedeutung psychischer Gesundheit der Bevölkerung viel bewusster und auch, dass diese durch vielfältige Einflüsse bedroht werden kann – wie z.B. durch die Pandemie und die zur deren Eingrenzung getroffenen Maßnahmen. Dieses Bewusstsein ist gut, denn es schafft die Voraussetzung und den Willen gegen ungünstige Einflüsse anzugehen.
3. Viele Menschen haben sich gerade auch während der Pandemie die Frage gestellt: Bin ich depressiv oder nur traurig/schlecht drauf? Wo verläuft die Grenze zwischen schlechter Stimmung und Depression? Und woran erkenne ich eine Depression?
Während der Pandemie missgestimmt zu sein, ist nichts Ungewöhnliches. Allerdings sollte man tatsächlich wachsam sein, ob diese Niedergeschlagenheit eventuell schon in die Pathologie abgleitet. Es gibt klare Kriterien für das Vorliegen einer Depression und es ist auch möglich einen Selbstcheck wie den WHO 5 Fragebogen zu machen, der den Verdacht erhärten kann. Allerdings ersetzt dies dann doch nicht eine ärztliche Diagnose. Wenn man also über einen längeren Zeitraum von 2 Wochen niedergeschlagen, traurig und lustlos ist und vielleicht noch weitere Symptome wie Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen und Appetitveränderung entwickelt, sollte man sich umgehend an den Hausarzt wenden, der hier rasch Klärung verschaffen kann.
4. Was kann ich tun, wenn ich merke, dass ich oder jemand, der mir nahesteht, unter Depressionen leidet? Sollte man sich immer sofort in Behandlung begeben oder gibt es noch andere Möglichkeiten, damit umzugehen?
Eine Abklärung ist der erste Schritt und wenn es sich um eine Depression handelt, gibt es klare Leitlinien, wie diese zu behandeln ist. Das bedeutet allerdings nicht, dass man auf jeden Fall sofort Medikamente nehmen muss. Oftmals helfen auch schon kleine Veränderungen des Verhaltens.
5. Bei den olympischen Spielen brach die US-Amerikanerin Simone Biles, die vermutlich erfolgreichste Turnerin aller Zeiten, den Wettbewerb aufgrund psychischer Probleme ab, da für sie nach eigener Aussage ihre mentale Gesundheit an erster Stelle steht und sie in ihrem jetzigen mentalen Zustand auch keine gute Leistung erbringen könne. Ist es wirklich unmöglich, mit mentalen Belastungen dennoch eine gute Leistung zu erbringen? Und kann man an diesem Beispiel sehen, dass sich die Einstellung zum Thema mental health in den letzten Jahren und Jahrzehnten grundlegend verändert hat (sowohl im Sport als auch im alltäglichen Leben)?
Ganz einfach gesagt: je besser es einem mental geht, desto einfacher gelingen einem auch andere Dinge. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Sie gute Leistungen bringen, auch wenn Sie mental belastet sind, aber die Wahrscheinlichkeit ist geringer und Sie müssen sich mehr anstrengen. Bei schweren Depressionen kann es allerdings so weit gehen, dass Sie noch nicht einmal die einfachsten Dinge, wie z.B. Haare Kämmen, erledigen können.
Nun ja, beim kompetitiven Sport geht es um Gewinnen und Verlieren, und Milli-Meter/-Sekunden können entscheiden, ob eine wunderbare Leistung quasi wertlos wird. Allerdings würdigt man auch hier glücklicherweise immer mehr den Wert Mentaler Gesundheit.
6. Zu viel Stress kann krank machen, aber leider ist Stress, gerade im Job, oft unvermeidbar. Was kann man für seine mentale Gesundheit tun, wenn man häufig unter Stress leidet? Und wann führt Stress zu einem Burnout?
Zuviel Stress ist, wie Sie sagen: zu viel. Allerdings können manche Menschen sehr viel mehr Stress vertragen als andere oder empfinden manche Situationen gar nicht als stressbeladen. Deshalb sollte man darauf achten, was einem persönlich Stress macht und versuchen ein Zuviel davon zu vermeiden. Das klingt einfach, ist es aber oftmals nicht. Aber es lohnt sich. Man strengt sich ja für Vieles an, also sollte man dies auch für sich selbst und seine Gesundheit versuchen zu tun. Auch hier gilt, falls es einem nicht gelingt, lieber frühzeitig professionelle Hilfe suchen.
7. Auch Angst ist viel weiter verbreitet, als man zunächst denken könnte, denn vermutlich kennen die meisten von uns Situationen wie diese: Man hat ein wichtiges Gespräch mit seinem Chef, eine Prüfung an der Uni oder in der Schule oder muss einen Vortrag halten. Und plötzlich hat man schwitzige Hände, bekommt schlecht Luft und der Hals wird trocken. Viele Menschen leiden an Lampenfieber und Versagensängsten, auch wenn Sie wissen, dass Sie eigentlich immer gute Leistungen bringen. Wie kann man diese Gefühle auf Dauer bekämpfen und seine Ängste überwinden?
Angst zu empfinden ist normal. Wie Sie sagen: Die meisten von uns kennen dieses Gefühl. Wenn diese Gefühle allerdings überhandnehmen oder ohne ersichtlichen Auslöser auftreten, sollte man auf jeden Fall etwas dagegen tun. Vor allem sollte man sich nicht zu lange alleine damit herumschlagen, weil erfolglose Versuche dysfunktionalen Gedanken („ich schaffe es eh nicht“, „ich bin eine Versagerin“) und vermeidendes Verhalten noch verstärken können. Es gibt oftmals ganz einfache Strategien dagegen anzugehen. Hierbei sollten negative Erfahrungen in der Vergangenheit (ob ich z.B. beim Versagen gehänselt wurde, oder ob Zuneigung nach Leistung gewährt wurden) und die Persönlichkeitsstruktur, berücksichtigt werden, eine realistische Selbsteinschätzung gefördert und verhaltenstherapeutische Expositionsmaßnahmen durchgeführt werden.
8. Was kann ich grundsätzlich für meine mentale Gesundheit tun, auch um Depressionen vorzubeugen? Gibt es Dinge, die man auf jeden Fall beachten sollte?
Es klingt schon beinahe banal: darauf achten, dass Sie nicht (zu lange) über Ihre Grenzen hinausgehen. Also: ausgewogene Bewegung, Ernährung, Beschäftigung, Schlaf. Wertschätzung gegenüber dem Positivem, was Ihnen widerfährt, realistische Einschätzung Ihrer Situation und Ihrer Grenzen, Anderen und sich etwas Gutes tun.
9. Warum ist es wichtig, mit Aktionen wie dem Are You Okay-Day auf das Thema mentale Gesundheit aufmerksam zu machen?
Es ist wichtig sich bewusst zu machen, dass es oftmals gar nicht möglich ist hinter die „Fassade“ eines anderen Menschen schauen zu können, so dass man gar nicht weiß, ob es dem Anderen gut geht oder ob er gerade am Verzweifeln ist und suizidale Gedanken hat. Achtsam gegenüber diesen möglichen Nöten zu sein, indem man fragt: wie geht es Dir? signalisiert, dass man auch offen für die Antwort „schlecht“ ist und den Betroffenen nicht stigmatisiert.
10. Wie kann Die NAKO bei der Erforschung mentaler Gesundheit helfen?
Kurz gesagt ist es für gute Prävention, Forschung und Therapie von unschätzbarem Wert, zu wissen, welche Bevölkerungsgruppen besonders betroffen sind und wie das Zusammenspiel mit der Gesamtgesundheit, der eigenen Persönlichkeit und Geschichte (z.B. Migration) dem eigenen Verhalten (Sport, Ernährung, Trinken, Rauchen etc.) und umweltbedingten Faktoren (Sozioökonomie, Natur, Arbeit etc.) zusammenhängt.

Kurzvita

1. In Stuttgart aufgewachsen und Abitur an einem reinen Mädchengymnasium
2. An der Univ. Marburg Medizinstudium und Doktorarbeit in der Virologie. Für diese Arbeit habe ich Feldforschung in Sierra Leone unternommen und konnte erstmals das Vorkommen von Marburg- und Ebolavirus in Sierra Leone nachweisen.
3. Heirat und Geburt meiner drei Kinder.
4. Arbeit als Ärztin in der Chirurgie (Univ. Marburg), Humangenetik (Bonn) und Psychiatrie (Bonn), wo ich habilitierte und den Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie erwarb.
5. Seit 2002 Wissenschaftliche Direktorin der Abteilung Genetische Epidemiologie in der Psychiatrie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim Univ. Heidelberg. Hier erforsche ich zusammen mit meinen MitarbeiterInnen den Einfluss genetischer und umweltbedingter Faktoren beim Zustandekommen psychischer Störungen.

Unsere Fragen an Prof. Dr. med. Marcus Dörr von der Universitätsmedizin Greifswald

Kurzvita:

• Leitender Oberarzt (Forschung und Lehre), Klinik und Poliklinik für Innere Medizin B, Universitätsmedizin Greifswald
• Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
• Professor für kardiovaskuläre Prävention und Epidemiologie
• Leiter der AG „Leiter der AG Translationale Prävention und Therapie kardiovaskulärer Erkrankungen“
• Modul-Verantwortlicher des NAKO-Moduls „Bestimmung des Knöchel-Arm-Index und Pulswellenanalyse“ und Ko-Modulverantwortlicher des NAKO-Moduls „Echokardiographie“
• PI, Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Standort Greifswald
• Stellvertretender Präsident, Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi)

Wie sind Sie zu Ihrem heutigen Beruf gekommen? Haben Sie sich schon immer für das menschliche Herz interessiert?

Als ich begonnen habe, zu studieren, hatte ich noch keine klaren Vorstellungen davon, in welchem Fachgebiet der Medizin ich später arbeiten mochte. Meine Begeisterung für die Kardiologie wurde im Laufe des Studiums durch den Kontakt zu einem sehr engagierten Dozenten geweckt. Ich dann in diesem Fachgebiet meine Doktorarbeit geschrieben und bin dort „hängen geblieben“.

Welche Herzuntersuchungen werden im Rahmen der NAKO-Untersuchung gemacht?

Bei allen NAKO Teilnehmenden werden im Rahmen der Interviewfragen für uns diese Studie wichtige Informationen zu Risikofaktoren und bereits vorliegenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie z.B. Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Herzschwäche (Herzinsuffizienz) erhoben. Zudem finden bei allen Teilnehmer*innen Messungen des Blutdruckes, der Steifigkeit der Gefäße (sog. Pulswellenanalyse) und eine Bestimmung des Knöchel-Arm-Index, der Auskunft über Durchblutungsstörungen der Beine geben kann, statt. Darüber hinaus wird bei einem Teil der NAKO-Teilnehmer*innen ein Elektrokardiogramm (EGK) aufgezeichnet sowie die Struktur und Funktion des Herzens mittels Ultraschall (3D-Echokardiographie) und Herz-MRT untersucht. Ebenso liefert der Fahrradbelastungstest wichtige Erkenntnisse über die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems. Aber auch andere Untersuchungen wie z.B. bestimmte Blutuntersuchungen, die Bestimmung der Körperzusammensetzung oder die Messung der alltäglichen körperlichen Aktivität mittels Akzelerometer geben Auskunft über die Entstehung von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems.

Inwiefern hilft die NAKO dabei, mehr über das Thema Herz-Gesundheit herauszufinden?

Die in der NAKO erhoben Daten können sehr gut dabei helfen, die Entstehung und das Voranschreiten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen noch besser zu verstehen. Aufgrund der Größe der Studie und der wiederholten Untersuchungen wird es möglich sein, auch über die frühen Phasen der Krankheitsentstehung mehr zu erfahren und hoffentlich zukünftig Methoden zu entwickeln, die helfen, diese Erkrankungen früher zu erkennen oder ihnen vorzubeugen. Da in der NAKO neben den das Herz-Kreislauf-Untersuchungen noch viele andere Untersuchungen durchgeführt werden, sehe ich eine besondere Chance auch darin, die Wechselwirkungen verschiedener Organsystem noch besser zu untersuchen und verstehen zu können.

Es gibt ja das sogenannte Broken-Heart-Syndrom: Wenn beispielsweise bei einem alten Ehepaar ein Partner stirbt, und der andere Partner kurz darauf ebenfalls an seinem/ihrem „gebrochenen Herzen“. Stimmt es tatsächlich, dass sich negative Gefühle derart stark auf die Herz-Gesundheit auswirken können?

Wie wissen schon seit langen, dass der seelische Zustand einen großen Einfluss auf die Funktionen und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems hat. So können z.B. emotionaler Stress oder Depressionen zur Entstehung eines Bluthochdrucks oder eines Herzinfarktes beitragen. Das Broken-Heart-Syndrom (auch als Happy-Heart-Syndrom, Stress-Kardiomyopathie oder Tako-Tsubo-Syndrom bezeichnet) ist ein Krankheitsbild, das erst seit Ende 1990er Jahres bekannt und in den letzten Jahren intensiv beforscht wird. Dabei kommt es zu einer plötzlich auftretenden Durchblutungsstörung des Herzens, ohne dass jedoch eine Einengung der Herzkranzgefäße vorliegt. In der Folge entsteht eine Funktionsstörung der linken Herzkammer. Die damit einhergehenden Symptome und Komplikationen entsprechen denen eines Herzinfarktes. Auslöser sind häufig starke emotionale negative oder positive Situationen, Stress oder Schmerzen. Man geht derzeit davon aus, dass der Entstehung dieser Erkrankungen Wechselwirkungen zwischen Gehirn und Herz zugrunde liegen.

Bei der EM brach der dänische Nationalspieler Christian Eriksen plötzlich zusammen und erlitt einen Herzstillstand. Wie kann es sein, dass so etwas bei einem so jungen Menschen passiert, der auch noch regelmäßig medizinisch komplett durchgecheckt wird?

Mir ist die Diagnose in diesem Fall nicht bekannt. Eine typische Ursache wäre jedoch eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis), die z.B. im Rahmen eines – meist viralen – Infektes auftreten kann und häufig relativ asymptomatisch verläuft. Gerade im Rahmen von starken körperlichen Anstrengungen kann es dann zu teilweise bedrohlichen Herzrhythmusstörungen kommen. Man vermutet, dass dies die häufigste Ursache für den sog. plötzlichen Herztod bei Sportlern ist. Neben der Myokarditis, können auch seltenere – meist vererbbare – spezifische Herzmuskelerkrankungen (sog. Kardiomyopathien), die in den Routineuntersuchungen nicht immer nachweisbar sein müssen, Ursache solcher dramatischen Ereignisse sein.

Gibt es Gefahren für das Herz, die häufig unterschätzt werden?

Ein oft unterschätzter, aber sehr wichtiger Risikofaktor für viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist ein Bluthochdruck. Das gefährliche dabei ist, dass man erhöhten Blutdruck meist zunächst nicht bemerkt, da er keine oder nur wenige eher unspezifische Beschwerden verursacht. Wenn Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Gesichtsrötung oder gehäuftes Nasenbluten auftreten, liegen häufig schon Schädigungen des Herzens und der Blutgefäße vor, die in einen Herzinfarkt, eine Herzschwäche oder einen Schlaganfall münden können. Oft unterschätzt wird auch die Herzmuskelerkrankung, die wie in der letzten Frage ausgeführt wurde, ebenfalls häufig asymptomatisch verlaufen kann. Deshalb sollte man z.B. auf Sport verzichten, wenn man einen viralen oder grippalen Infekt hat, seine die Beschwerden auch noch so klein.

Was kann man im Alltag für seine Herz-Gesundheit tun?

>Die meisten Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen aus einem Zusammenspiel von Faktoren, die wir nicht beeinflussen können wie Erbfaktoren oder das Alter, und aus beeinflussbaren Risikofaktoren. Diese umfassen u.a. Rauchen, Übergewicht, mangelnde Bewegung oder ungesunde Ernährung bzw. die Dinge, die wir durch einen bewussten und gesunden Lebensstil selbst beeinflussen können. Man kann durch kleinere Umstellungen bereits erstaunliche Effekte erzielen. So kann z.B. bei übergewichtigen Personen durch eine Gewichtsabnahme von 10 kg der systolische Blutdruckwert um bis zu 10 mmHg gesenkt werden. Das ist mehr, als man durch viele Blutdruckmedikamente erreichen kann.

Unsere Fragen an Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann – Wissenschaftlicher Projektleiter an der NAKO-Mitgliedsinstitution Universität Greifswald

Was wollten Sie als Kind werden? Wissenschaftler?

Nein, vom Beruf des Wissenschaftlers hatte ich gar keine klare Vorstellung. „Was Naturwissenschaftliches“ war aber ziemlich früh mein Interesse. In der Schule habe ich mich ebenfalls sehr für Literatur interessiert.

Was war Ihr Antrieb, sich der Wissenschaft zu widmen?

Ich hatte immer ein großes Interesse daran, Sachen auf den Grund zu gehen. Mich hat neben dem „Was?“ und „Wie?“ immer das „Warum?“ interessiert sowie das „Auf Fragen eine Antwort finden“. In meiner Doktorarbeit sollte ich untersuchen, ob in der Nähe der Abraumhalden einer Uranaufbereitungsanlage die Häufigkeit von Kinderleukämie erhöht ist. Und dann war das tatsächlich so. Die Halden hatten einen kleinen Fluss kontaminiert, der zur Trinkwassergewinnung verwendet wurde – gerade dort, wo die meisten Fälle aufgetreten waren. Damals wusste ich gar nicht, dass das Epidemiologie war – aber ich habe viel darüber gelernt. Dabei bin ich geblieben.

Was haben Sie studiert?

Humanmedizin, und 2 Semester Chemie. Später habe in Chapel Hill, North Carolina, einen Aufbaustudiengang zum Master of Public Health in Epidemiology absolviert.

Wie sind Sie zur NAKO gekommen?

Ich bin seit der Gründungsphase der NAKO Gesundheitsstudie dabei, die zuerst „Helmholtz-Kohorte“ und dann Nationale Kohorte hieß. 2009 wurde ich in das Epidemiologische Planungskomitee berufen, das später in Epidemiologischen Lenkungskomitee (ESC) umbenannt wurde und bis heute als Scientific Expert Committee fortbesteht. Bei der Gründung des Nationale Kohorte e.V. – seit 2016 NAKO e.V. – war ich Gründungsvorstand und als solcher von 2012 bis 2017 einer von vier wissenschaftlichen Vorständen. Inhaltlich bin ich seit Beginn mit zuständig für das Zentrale Datenmanagement und speziell das Integrationszentrum und die IT der Transferstelle in Greifswald.

Was fasziniert Sie am Forschungsprogramm der NAKO besonders?

Der Ansatz und die Herausforderung, eine für ganz Deutschland repräsentative Kohorte zusammenzustellen und über mehrere Jahrzehnte nachzuverfolgen. Der Umfang und der hohe Grad an Standardisierung der einzelnen Untersuchungen und die Schaffung einer datenschutzkonformen Architektur für die Datenverarbeitung. Die hohe Motivation, der Enthusiasmus, die Resilienz der großen Zahl der Mitarbeiter*innen in allen Bereichen der NAKO. Aktuell die spontane Bereitschaft, sich in der Corona-Pandemie im April 2020 zu engagieren und die effektive Logistik aufzubauen, die es braucht, um in wenigen Wochen mehr als 160.000 NAKO-Teilnehmer*innen über ihre Erfahrungen im Lockdown zu befragen.

Wenn Sie nicht forschen, was tun Sie zur Entspannung?

Als privates Corona-Projekt renoviere ich mit meiner Freundin ein über 100 Jahre altes Haus auf dem Land – das haben wir mehr oder weniger als Ruine übernommen und mussten praktisch alles neu machen. Jetzt kann man langsam wieder ahnen, wie es früher mal ausgesehen hat.

Bildquelle: Universitätsmedizin Greifswald.

Kurzvita:

Seit 2017 Leiter des Zentralbereichs des Klinischen Krebsregisters Mecklenburg-Vorpommern

Seit 2012 Sprecher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) Rostock/Greifswald

Seit 2017 Leiter der Abt. Versorgungsepidemiologie und Community Health und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald

Seit 2012 Mitglied im Vorstand des Deutschen Netzwerks Versorgungsforschung (DNVF), seit 2018 Stellv. Vorsitzender

2004-2012 Mitglied im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Epidemiologie, seit 2005 Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi), 2008-2009 Vorsitzender

Unsere Fragen an Prof. Dr. André Karch, Wissenschaftlicher Projektleiter im Studienzentrum Münster

Quelle: Hauss/UKM.

Kurzvita:

  • Professor für klinische Epidemiologie an der WWU Münster (seit 2018)
  • Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (2013-2018)
  • Assistenzarzt in der Neurologie an der Universitätsmedizin Göttingen (2011-2013)
  1. Was wollten Sie als Kind werden? Wissenschaftler?
    Was war Ihr Antrieb, sich der Wissenschaft zu widmen?

Ich finde es immer faszinierend, wenn Menschen sich daran erinnern können, welchen Beruf sie in der Kindheit ergreifen wollten. Bei mir ist das nicht so und ich würde sogar behaupten, dass ich als Kind im Wesentlichen spielen wollte und gar nicht so sehr am Konzept „Beruf“ interessiert war. Der Wunsch, wissenschaftlich tätig zu werden, hat sich bei mir erst im Studium so richtig ausgebildet, als ich Stück für Stück realisiert habe, dass man über wissenschaftliche Erkenntnisse viel mehr „Impact“ auf die Gesundheit der Menschen haben kann als über die individuelle ärztliche Tätigkeit. Die Epidemiologie-Vorlesung meines späteren Doktorvaters hat mir dann den Anstoß dazu gegeben, mich in diesen Bereich weiter zu orientieren, auch weil mir die mathematische Komponente immer sehr viel Spaß bereitet hat.

  1. Was haben Sie studiert?

Ich habe zunächst in Würzburg und Trondheim Medizin studiert, dabei einen Teil meines Praktischen Jahres in Rochester in den USA verbracht und – motiviert durch eine Doktorarbeit aus der molekularen Epidemiologie – direkt nach meinem Medizinstudium noch ein Masterstudium in Epidemiologie an der London School of Hygiene and Tropical Medicine absolviert.

  1. Wie sind Sie zur NAKO gekommen?

Als ich 2013 aus meiner klinischen Arbeit auf eine rein wissenschaftliche Postdoc-Stelle am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung gewechselt bin, wurden gerade die Prätest-Studien der NAKO durchgeführt, und ich war von da an vertretungsweise als Studienarzt praktisch sowie als Teil der Expertengruppe Infektionskrankheiten auch wissenschaftlich in die NAKO involviert. Im Studienzentrum in Hannover habe ich den größten Teil der „Baselineuntersuchung“ miterleben können, bevor ich nach meinem Wechsel nach Münster zuerst als Co-PI und inzwischen als PI die NAKO begleiten durfte und auch weiterhin darf.

  1. Was fasziniert Sie am Forschungsprogramm der NAKO besonders?

Aufgrund der Breite des Untersuchungsprogrammes bietet die NAKO tatsächlich in einigen Jahren bisher ungeahnte Möglichkeiten, Ursachen und Prädiktoren für alle relevanten Krankheitsentitäten in einer nie dagewesenen Komplexität zu untersuchen. Hierfür ist es nötig, die begonnene Arbeit weiterhin mit gleicher Detailtreue und Intensität fortzusetzen, um über aktive und passive Verfahren die bei den Studienteilnehmer*innen neu auftretenden Erkrankungen über die nächsten Jahre und Jahrzehnte erfassen zu können.

  1. Wenn Sie nicht forschen, was tun Sie zur Entspannung?

Leider besteht der Großteil meines Arbeitsalltags gar nicht aus Forschung, sondern der Administration und Organisation außen rum. Dementsprechend ist echte wissenschaftliche Arbeit auch weiterhin Entspannung für mich. Meine Freizeit verbringe ich momentan fast ausschließlich mit unseren beiden Kindern, die noch klein sind. Sollte abends noch Zeit übrig sein, spiele ich gerne Brettspiele mit Freunden (aktuell ausschließlich digital).

Unsere Fragen an Prof. Dr. Rafael Mikolajczyk, Wissenschaftlicher Projektleiter im Studienzentrum Halle

  1. Was wollten Sie als Kind werden? Wissenschaftler?
    Was war Ihr Antrieb, sich der Wissenschaft zu widmen?

Ehrlicherweise habe ich keine konkreten Erinnerungen daran, was ich in meiner Kindheit werden wollte – vielleicht Architekt. Später hatte ich immer Interesse an Zahlen und auch an Fragestellungen, inwiefern über Analysen neue Erkenntnisse gewonnen werden können.

  1. Was haben Sie studiert?

Medizin und danach Epidemiologie

  1. Wie sind Sie zur NAKO gekommen?

Ich war schon sehr früh Teil der NAKO als Mitglied der Expertengruppe Infektionen und Immunologie. Durch die Rufannahme nach Halle wurde mir als Direktor des Instituts für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik die Leitung der NAKO am Standort Halle übertragen.

  1. Was fasziniert Sie am Forschungsprogramm der NAKO besonders?

Für einen Epidemiologen sind die Langzeitperspektive gepaart mit der Größe der Studie spannend.

  1. Wenn Sie nicht forschen, was tun Sie zur Entspannung?

Familienzeit, Lesen, Sport

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Kurzvita:

  • seit 2016 Professor für Epidemiologie und Biometrie, Direktor des Instituts für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
  • 2012-2016 Professor Infektionsepidemiologie, Leiter der Arbeitsgruppe Epidemiologische und Statistische Methoden am Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung
  • 2010-2012 Leiter der Fachgruppe „Epidemiologie in Patientenkollektiven“ am BIPS in Bremen
  • 2003-2009 Wissenschaftler an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften
  • 2000-2003 Assistenzarzt in der Gynäkologie und Geburtshilfe

Unsere Fragen an Prof. Dr. Heiko Becher, Studienleiter der NAKO am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Fotoquelle: privat.

Kurzvita:

seit 2014 Professor für Epidemiologie (W3) und Direktor des Instituts für Medizinische Biometrie und Epidemiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
2004–2007 Präsident (Gründungspräsident) der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi)
1999-2014 Professor für Epidemiologie und Biostatistik (C3), Leiter der Sektion Epidemiologie und Biostatistik, und stv. Direktor des Instituts für Public Health, Universitätsklinikum Heidelberg
1993 Habilitation für die Fächer Epidemiologie und Medizinische Biometrie, Universität  Heidelberg
1987-1997 Leiter der Arbeitsgruppe „Cancer Risk Assessment“ Abteilung Epidemiologie, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg (DKFZ)
1987 Promotion zum Dr. rer. nat. Universität  Dortmund
1984 – 1987 Bremer Institute für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS), Bremen, Germany
1973-1983 Studium der Statistik, Universität Dortmund und University of Sheffield, England (Abschluß: Diplom)
  1. Was wollten Sie als Kind werden? Wissenschaftler?
    Was war Ihr Antrieb, sich der Wissenschaft zu widmen?

Mein erster Berufswunsch, an den ich mich erinnere, war Diplomingenieur zu werden wie Daniel Düsentrieb. Mich hat zum Beispiel die Maschine fasziniert, die man auf einen kahlen Felsen aufsetzt, und bei der am anderen Ende Erdbeereis herauskommt …

Ich wollte auf jeden Fall selbstbestimmt arbeiten, und nachdem ich nach dem Diplom direkt in einem Forschungsinstitut landete, und dann auch kurz danach die Möglichkeit zur Promotion bekam, begann ich die Möglichkeit, an aktuellen Forschungsthemen, gemeinsam mit internationalen Wissenschaftlern zu arbeiten, mehr und mehr zu schätzen. Nach einiger Zeit wusste ich dann, dass ich dabei bleiben wollte.

  1. Was haben Sie studiert?

Ich habe Statistik an den Universitäten Dortmund und Sheffield studiert

  1. Wie sind Sie zur NAKO gekommen?

Ich bin quasi von Anfang an dabei: Ich war zu Beginn der Überlegungen dieser Studie an der Universität Heidelberg und an den Diskussionen über eine neue Kohortenstudie direkt beteiligt, war dann Co-PI am Studienzentrum Mannheim/Heidelberg und bin seit 2014 PI am Studienzentrum Hamburg.

  1. Was fasziniert Sie am Forschungsprogramm der NAKO besonders?

Kein einzelnes Untersuchungsmodul, sondern einfach die Tatsache, dass sich die große Mehrheit der Epidemiolog*innen in Deutschland zusammengefunden hat, um gemeinsam eine große Studie durchzuführen, die das Potential hat, wegweisende neue Erkenntnisse in Ätiologie (Lehre der Ursache des Entstehens einer Krankheit – A.d.R.), Prävention und Früherkennung von Krankheiten zu liefern.

  1. Wenn Sie nicht forschen, was tun Sie zur Entspannung?

Klavier spielen, Snooker spielen, Freunde treffen

Unsere Fragen an Prof. Dr. Klaus Berger, Wissenschaftlicher Projektleiter im Studienzentrum Münster

  1. Was wollten Sie als Kind werden?

Schwierige Frage, ist schon seeeehr lange her und es gab wichtigere Dinge, z.B. ob der Fußball aufgepumpt war, definitiv aber nicht Lokomotivführer, Modedesigner oder Wissenschaftler. Konkretere Ideen so um das Abi herum waren Biologe oder Medizintechniker
Was war Ihr Antrieb, sich der Wissenschaft zu widmen?

Während des Medizinstudiums Kennenlernen und verstärktes Interesse an Konzepten zur Prävention und globalen Gesundheit der WHO. Nach mehreren Jahren klinischer Tätigkeit Rückbesinnung darauf, Neugier und Wunsch Zusammenhänge und Analysen selbst durchzuführen, verbunden mit der Einsicht, sich dafür noch weiterbilden zu müssen

  1. Was haben Sie studiert?.

Nach dem Abi habe ich erst eine Lehre als Energieanlagenelektroniker gemacht und dann Humanmedizin, später noch Gesundheitswissenschaften und Epidemiologie studiert

  1. Wie sind Sie zur NAKO gekommen?

Ich wurde 2009 als Experte für den Themenbereich neurologisch-psychiatrische Erkrankungen und Syndrome in das initiale, 10 Personen umfassende, Planungskomitee berufen und bin seitdem in verschiedenen Funktionen dabei

  1. Was fasziniert Sie am Forschungsprogramm der NAKO besonders?

Allgemein ist es nach wie vor faszinierend zu sehen, wie ein solches riesiges Projekt aus der Planungstheorie über den konkreten Plan und alle nachfolgenden Anpassungen in der Praxis, mit all‘ ihren täglichen kleinen Schwierigkeiten, ankommt, Daten erhebt, diese aufbereitet und sie dann von mehr als 200000 Menschen zur Auswertung zur Verfügung stehen. Inhaltlich ist während der Pandemie, von der niemand damals etwas ahnte, das Thema psychische Gesundheit enorm gefragt und die NAKO kann und hat hier bereits interessante und wichtige Ergebnisse aufgezeigt. Dies zeigt, dass die damals gewählten Fragen und Skalen zur psychischen Gesundheit auch in dieser unvorhersehbaren Situation wichtige Informationen geben können. Inhaltlich interessiere ich mich natürlich darüber hinaus für Risiko- und Protektivfaktoren für neurologische Erkrankungen, wie dem Schlaganfall, dem Parkinson- oder dem Restless-Legs-Syndrom, und bei den psychiatrischen Krankheiten v.a. für die Depression.

  1. Wenn Sie nicht forschen, was tun Sie zur Entspannung?

Bronze oder Beton oder beides gießen, (moderne) Kunst gucken, wenn man darf, danach (d.h. nach dem Gießen oder Gucken oder beidem) gerne nett kochen

Bilderquelle: Institut für Epidemiologie & Sozialmedizin Universität Münster.

Kurzvita:

  • Vorsitzender des Vereins NAKO Gesundheitsstudie e.V. 2017/18, Koordinator der NAKO Expertengruppe ‚Neurologisch-Psychiatrische Erkrankungen‘, Modulverantwortlicher für verschiedene Untersuchungen in diesem Themenfeld
  • seit 2010 Institutsdirektor und Lehrstuhlinhaber für Epidemiologie und Sozialmedizin, Universität Münster
  • 2001-2010 Leiter des Bereiches ‚Neuroepidemiologie und Versorgungsforschung‘, Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin, Universität Münster
  • Assistenzarzt in der Inneren Medizin, Neurologie und Psychiatrie 1987-2000, Facharzt für Neurologie seit 1996
  • Medizinstudium an der Ruhr-Universität Bochum und Postgraduiertenstudien der Gesundheitswissenschaften (MPH) an der Universität Bielefeld und der Epidemiologie (MSc) an der Harvard School of Public Health als Stipendiat des DAAD

Unsere Fragen an Dr. Enno Swart, Wissenschaftlicher Projektleiter

1. Was wollten Sie als Kind werden? Wissenschaftler? Was war Ihr Antrieb, sich der Wissenschaft zu widmen?

Als Kind: irgendwas mit Rechnen und oder Sport, dann Statistik
Der Weg in die Wissenschaft erfolgte anfänglich eher zufällig, als sich meine erste Stellenzusage nach dem Studium (aus mehreren diversen Bewerbungen) von der Med. Hochschule ergab.

2. Was haben Sie studiert?

Statistik, Fortbildung in Biometrie und Epidemiologie

3. Wie sind Sie zur NAKO gekommen?

Durch Ermunterung mehrerer NAKO-Kolleg*innen, ich sollte mich für das Institut um das Kompetenznetz Sekundär- und Registerdaten zu bewerben (dieses hieß in der Präphase der NAKO (2012-2013) noch nicht so)

4. Was fasziniert Sie am Forschungsprogramm der NAKO besonders?

Die Schaffung einer umfassenden Datenbasis, die in ihrer Anreicherung um Sekundär- und Registerdaten ein erstmaliges Niveau erreicht und neue Perspektiven für die epidemiologische Forschung in Deutschland eröffnet.

5. Wenn Sie nicht forschen, was tun Sie zur Entspannung?

Lesen, Fahrrad fahren, Chorgesang

Fotoquelle: privat.

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Unsere Fragen an Oliver Kuß, Wissenschaftlicher Projektleiter im Studienzentrum Düsseldorf

Bildquelle: privat.

Kurzvita:

Seit 10/2013 Direktor des Instituts für Biometrie und Epidemiologie am Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ), Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Professor für Biometrie, Epidemiologie und Versorgungsforschung, Medizinische Fakultät, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

06/2010 Habilitation, Medizinische Fakultät, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale), Venia legendi für „Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik“

03/2003 Promotion zum Dr. sc. hum., Medizinische Fakultät, Universität Heidelberg

1997-2013 Wissenschaftlicher Angestellter an den Universitätskliniken in Erlangen, Heidelberg und Halle (Saale)

03/1996 Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien (Fächer: Mathematik und Geographie), Universität Heidelberg

1. Was war Ihr Antrieb, sich der Wissenschaft zu widmen?

Nach dem Abitur habe ich Lehramt studiert, aber im Verlauf des Studiums gemerkt, wie spannend die Beschäftigung mit empirischen Daten ist, daher bin noch vor dem Referendariat in die Biometrie/Epidemiologie „abgebogen“ und seither dort geblieben.

2. Was haben Sie studiert?

Mathematik und Geographie

3. Wie sind Sie zur NAKO gekommen? Ich habe die Anfänge der NAKO bereits als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Halle (Saale) gespannt mitverfolgt und durfte nach meinem Wechsel nach Düsseldorf die PI-Rolle im NAKO-SZ Düsseldorf übernehmen.

4. Was fasziniert Sie am Forschungsprogramm der NAKO besonders?

Als Wissenschaftler am Deutschen Diabetes-Zentrum interessieren mich natürlich v.a. die Aspekte der NAKO, die mit dem Diabetes zu tun haben. Mit den standardisierten Erhebungen zu Medikamenteneinnahme, inzidenten Ereignissen und Mortalität und dem Linkage von Sekundärdaten wird eine für die Diabetesforschung einzigartige pharmakoepidemiologische Kohorte in Deutschland entstehen.

5. Wenn Sie nicht forschen, was tun Sie zur Entspannung?

E-Bass-Spielen und das Düsseldorfer NAKO-Team für die nächste Performance beim NAKO-Fest vorbereiten.

Unsere Fragen an Nina Ebert, Studienzentrumsleiterin im Studienzentrum Düsseldorf

1.Was wollten Sie als Kind werden? Wissenschaftler? Was war Ihr Antrieb, sich der Wissenschaft zu widmen?

Als Kind wollte ich am liebsten Auslandskorrespondentin werden. Später habe ich mich mehr für Naturwissenschaften interessiert und daher Pharmazie studiert. Während des Studiums habe ich Forschung als spannende Disziplin erlebt. Ich wollte gerne Kontakt zu Menschen haben und habe zunächst in öffentlichen Apotheken gearbeitet. Nach einigen Jahren habe ich Public Health berufsbegleitend studiert, um mein Wissen über Volkskrankheiten zu vertiefen.

2. Was haben Sie studiert?

Pharmazie und Public Health

3. Wie sind Sie zur NAKO gekommen?

Während des Public Health-Studiums hatte ich erste Kontakte in das DDZ geknüpft und habe 2015 die Arbeit in der NAKO aufgenommen.

4. Was fasziniert Sie am Forschungsprogramm der NAKO besonders?

An der NAKO fasziniert mich generell, dass Daten aus sehr unterschiedlichen Bereichen und mit sehr anspruchsvollen Methoden gesammelt werden. Bioproben, Fragebogen/Interview- sowie Geräteuntersuchungsdaten können miteinander verknüpft ausgewertet werden. Mich persönlich interessieren besonders pharmakoepidemiologische Fragestellungen. Ein Alleinstellungsmerkmal der NAKO bei der Erfassung der Medikationsdaten ist, dass sowohl verschreibungspflichtige als auch OTC-Medikation erfasst werden.

5. Wenn Sie nicht forschen, was tun Sie zur Entspannung?

Ich verbringe gerne Zeit mit meiner Familie, am liebsten im Schwimmbad. Außerdem lese und musiziere ich (manchmal auch „dienstlich“ mit dem NAKO-Team).

Bildquelle: privat.

Kurzvita:

  • seit 2015 Zentrumsleitung (zunächst kommissarisch) im NAKO-SZ Düsseldorf
  • 2012 Abschluss des Master-Studiengangs Public Health an der Heinriche Heine-Universität Düsseldorf
  • seit 2002 Angestellte in der öffentlichen Apotheke
  • 2001 Praktisches Jahr und anschließende Approbation
  • 1996-2000 Pharmaziestudium an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Unsere Frage an Dr. rer. nat. Achim Reineke

Kurzvita:

  • 2013 Promotion, Dr. rer. nat.
  • Seit 1992 Leiter der Fachgruppe IT, Datenmanagement und Medizinische Dokumentation am Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie
  • 1992 Diplom in Informatik an der Universität Bremen

1.       Was haben Sie studiert?

Ich habe Informatik an der Universität in Bremen studiert.

2.       Wie sind Sie zur NAKO gekommen?

Ich leite am Leibniz Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie eine Fachgruppe, die sich unter anderem mit der Entwicklung von Tools für die Durchführung von Studien beschäftigt.  Zusammen mit meinen Kolleg*innen unterstütze ich die Studie von Beginn an.

3.       Was fasziniert Sie am Forschungsprogramm der NAKO besonders?

Einerseits sind es die Inhalte und Ziele der Studie selbst. Mit der NAKO schaffen wir eine wertvolle  Grundlage für die Beantwortung von vielen (auch zukünftigen) Fragen zu Volkskrankheiten und der allgemeinen Gesundheit der Bevölkerung. Andererseits ist diese Studie, wegen ihrer Größe und Komplexität, ein interessantes Betätigungsfeld. Wir konnten schon viele zusätzliche Erfahrungen sammeln und diese in unsere Arbeit einfließen lassen. Die vielen verschieden Blickwinkel und Perspektiven der Kolleg*innen aus den einzelnen Studienzentren und die unterschiedlichen Anforderungen und Bedürfnisse erfordern es, die eigene Arbeit zu hinterfragen, anzupassen und damit zu verbessern. Das ist eine große Herausforderung, aber damit wird es nie langweilig.

4.       Wenn Sie nicht forschen, was tun Sie zur Entspannung?

Ich verbringe gerne Zeit mit der Familie, treibe Sport (Faustball und Joggen), arbeite im Garten oder repariere etwas am Haus.

Unsere Fragen an PD Dr. Christopher L. Schlett

1. Was wollten Sie als Kind werden? Wissenschaftler? Was war Ihr Antrieb, sich der Wissenschaft zu widmen?

Mich haben schon früh die naturwissenschaftlichen Fächer interessiert, konnte mir aber nicht vorstellen einem Beruf zu folgen, ganz ohne Kontakt zu Menschen zu haben.

2. Was haben Sie studiert?

Ich habe zunächst Humanmedizin in Deutschland mit Studienaufenthalten in der Schweiz, USA und England studiert und in den USA an der Framingham Heart Study [Framingham Heart Study ist die längste Kohortenstudie] zu populationsbasierter Bildgebung promoviert. Begeistert von der Epidemiologie und Population Imaging habe ich einen Masterstudiengang in Public Health mit Schwerpunkt in Clinical Effectiveness an der Harvard School of Public Health absolviert und eine Facharztausbildung Radiologie abgeschlossen.

3. Wie sind Sie zur NAKO gekommen?

Nach meiner Rückkehr aus den USA und meinen Vorarbeiten in der Framingham Heart Study bin ich angesprochen worden, um an der deutschen bevölkerungsbasierten Studie mitzuwirken. So haben wir in Mannheim/Heidelberg auch ein MRT-Site der NAKO etabliert.

4. Was fasziniert Sie am Forschungsprogramm der NAKO besonders?

Die Multidisziplinität sowie der ganzheitliche Aspekt finde ich spannend! Es geht nicht nur um die Erforschung einzelner, seltener Erkrankungen, sondern die großen Volkserkrankungen Deutschlands. So ist auch unser MRT-Programm aufgebaut mit einer Ganzkörper-Bildgebung um das Zusammenspiel der unterschiedlichen Organe besser zur verstehen.

5. Wenn Sie nicht forschen, was tun Sie zur Entspannung?

Die Freizeit verbringe ich gerne mit Frau und Kind. Von dem Leben an der Ostküste der USA ist die Begeisterung für den Segelsport hängen geblieben.

Kurzvita:

NAKO MR Imaging Core
Leitender Oberarzt und stellv. Ärztlicher Direktor, Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Freiburg
Leiter der Radiologie am Universitäts-Herzzentrum Freiburg – Bad Krozingen

Unsere Fragen an Dr. Nilüfer Sonuc

Kurzvita:

  • Seit 2014 Leitung Teilnehmermanagement der NAKO im Studienzentrum Essen
  • Seit 2012Projektmanagement klinische Studien am Zentrum für klinische Studien Essen
  • 2009 Promotion an der Maximilians-Universität München
  • 2002 Wissenschaftliche Mitarbeiterin in Detroit (USA)
  • 2001 Studium der Biologie an der Universität Bremen
  1. Wie sind Sie zur NAKO gekommen?
    2014 bin ich  gefragt worden, ob ich nicht Lust hätte, Teil eines neuen, bundesweiten Forschungsvorhabens namens NAKO Gesundheitsstudie zu sein. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits seit 2 Jahren am „Zentrum für klinische Studien Essen“ als Projektmanagerin in klinischen Studien tätig und hatte auch schon von der NAKO gehört. Die Chance, an dieser für Deutschland einmaligen Langzeitstudie mitzuwirken, wollte ich mir nicht entgehen lassen und habe kurzer Hand zugesagt. Zunächst war es für mich eine Umstellung. Epidemiologische Studien sind bevölkerungsbasiert, das heißt, ich habe nicht mehr, wie in klinischen Studien, mit Patienten und ärztlichem Personal, sondern mit Erwachsenen zwischen 20 und 69 Jahren aus unterschiedlichen Bevölkerungsschichten täglich zu tun. Doch genau dies war es auch, was mich gereizt hat. Ich hatte die Möglichkeit, mit vielen Menschen Kontakt aufzunehmen und diese für eine gute Sache zu begeistern.
  2. Was hat Sie persönlich davon überzeugt für die NAKO zu arbeiten?
    Mein Aufgabenbereich in der NAKO war und ist das Teilnehmermanagement, das ich zuerst aufgebaut habe und seit [2014] leite. Zusammen mit meinem Team sollten wir 10.000, aus dem Melderegister per Zufallsprinzip ausgewählte Frauen und Männer aus der Essener Bevölkerung für dieses Projekt gewinnen. Dieses Ziel haben wir 2019 erreicht. Dafür möchte ich noch einmal meinem Team und den freiwilligen Teilnehmerinnen und Teilnehmern meinen Dank aussprechen, ohne die es nicht möglich gewesen wäre.
  3. Welche Fähigkeiten fordert die Arbeit besonders?
    In meinem Bereich ist Kommunikation natürlich das A und O. Wir haben tagtäglich die Aufgabe, Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Telefon zu informieren und ihre Fragen zu beantworten. Doch nicht nur die Kommunikation nach außen, sondern auch die Kommunikation untereinander ist wichtig. Dies zu gewährleisten fällt in meinen Bereich. Neue Arbeitsanweisungen zu verfassen und umzusetzen, Arbeitspläne aufzustellen, Schulungen zu leiten und die Mitarbeiter immer auf den aktuellen Stand zu bringen, erfordert Organisation und Geduld. Fachkompetenz darf dabei auch nicht fehlen. Alle diese Eigenschaften zusammen zeichnet meine Arbeit aus.
  4. Was ist für Sie das Besondere an der NAKO?
    Ich bin Wissenschaftlerin geworden, weil ich verstehen möchte, wie Zellen funktionierten und was den Körper krank macht. Die NAKO versucht genau darauf Antworten zu finden. Denn mit den Ergebnissen dieser Studie können wir in ein paar Jahren verstehen, warum wir bestimmte Krankheiten bekommen und diese vielleicht sogar durch präventive Maßnahmen verhindern. Genau das macht die NAKO so besonders.

Unsere Fragen an Dr. Ramona Sowade

1.Wie sind Sie zur NAKO gekommen?

Die NAKO Gesundheitsstudie hat mich in mehrfacher Hinsicht angesprochen. In meiner Zeit am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) hatte ich bereits Berührungspunkte mit dieser Studie und fand das Projekt sehr interessant. Als dann die Stellenausschreibung „Wissenschaftliche/r Projektmanager/in NAKO“ des Uniklinikums Heidelberg erschien, habe ich meine Chance ergriffen und mich beworben.

2. Was hat Sie persönlich davon überzeugt für die NAKO zu arbeiten?
Zum einen hat mich das Projekt aus wissenschaftlicher Sicht angesprochen: In der NAKO wird ein sehr wertvoller Datenschatz erhoben. Dieser wird die Grundlage für eine Vielzahl von relevanten wissenschaftlichen Projekten zu unterschiedlichen Themen bilden, z. B. „wie man große Volkskrankheiten besser verstehen kann“ und „man die Entwicklung von neuen Analyseverfahren vorantreibt“.

Zum anderen ist es auch persönlich reizvoll, an einem so umfangreichen wissenschaftlichen Vorhaben mitzuwirken, da man viele interessante Einblicke in die komplexen Strukturen erhält und sich persönlich weiterentwickeln kann. Außerdem ist man durch die übergeordnete Arbeit im Projektmanagement nicht nur in ein Projekt involviert, sondern erhält umfangreichere Einblicke in unterschiedliche Forschungsthemen.

3.Welche Fähigkeiten fordert die Arbeit besonders?
Da ich sehr unterschiedliche Aufgaben und Prozesse begleite, sind Organisations- und Kommunikationstalent gefragt. Darüber hinaus muss man aber auch inhaltlich gut in das System und die Prozessabläufe eingearbeitet sein.

4.Wie sieht ein typischer Tag aus?
Der Tag als Wissenschaftliche Projektmanagerin, Schwerpunkt Magnetresonanztomographie (MRT) ist anspruchsvoll und abwechslungsreich: neben einem großen Anteil von Kommunikationsarbeit, verbringe ich viel Zeit thematisch mit der Koordination von Qualitätssicherungsprozessen zur Erfassung von Zufallsergebnissen, mit der Unterstützung bei technischen Problemen, mit der Planung und Durchführung von Schulungen der Radiologen, mit der Datenbereinigung und vieles mehr.

5.Welche ist Ihre Lieblingsuntersuchung?
Die MRT-Untersuchung natürlich. 😊

Kurzvita:

Seit 02/2019: Wissenschaftliche Projektmanagerin im NAKO MRT Imaging Core Zentrum für Zufallsergebnisse Heidelberg
01/2017 – 12/2018: Persönliche Referentin des Wissenschaftlichen Vorstands des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ)
12/2012 – 12/2016: Promotion in Biologie am DKFZ
2010 – 2012: Masterstudium in „Neurosciences“ an der Universität Bonn
2007 – 2010: Bachelorstudium in „Biowissenschaften“ an der Universität Münster

Unsere Fragen an Dr. Stefan Rach

Dr. Rachs Lebenslauf

Seit 2018: Sprecher der NAKO Expertengruppe „Rekrutierung, Responseanalysen und -me-thoden“ und Stellvertretende Leitung des NAKO Studienzentrums Bremen
Seit 2014: Fachgruppenleiter im Leibniz Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS in Bremen
2010 Promotion in Psychologie
2006-2014 Wissenschaftlicher Mitarbeiter Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg
2004 – 2005 Wissenschaftlicher Mitarbeiter Jacobs University Bremen
2004 Diplom in Psychologie

Was haben Sie studiert?
„Ich habe Psychologie mit dem Schwerpunkt Kognitionspsychologie studiert.“
Wie sind Sie zur NAKO gekommen?
„Ich habe mich am Leibniz Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie beworben, das zu diesem Zeitpunkt bereits an der NAKO beteiligt war. Dort leite ich eine Fachgruppe, der alle Untersucher*innen und Studiensekretär*innen des Instituts angehören, also auch die in der NAKO beschäftigten Mitarbeiter*innen. Da sich meine Forschung mit der Frage befasst, ob und warum Menschen an wissenschaftlichen Studien teilnehmen, ist die NAKO für mich natürlich auch ein interessantes Forschungsfeld.“
Was fasziniert Sie am Forschungsprogramm der NAKO besonders?
„Mich interessieren offen gesagt weniger die Forschungsdaten, die die NAKO TeilnehmerInnen bei ihrem Besuch im Studienzentrum offenbaren, sondern das was davor passiert. Ich möchte wissen, warum manche Bevölkerungsgruppen eher an wissenschaftlichen Studien teilnehmen als andere und was man tun kann, um auch diese Menschen zu gewinnen. Welchen Einfluss haben beispielsweise Erinnerungsbriefe oder Anrufe? Nervt das die Menschen und erzeugt Ablehnung? oder lassen sich Menschen dadurch tatsächlich zu einer Teilnahme bewegen oder wie muss ein Einladungsschreiben gestaltet sein, damit sich ganz unterschiedliche Menschen aus verschiedenen Lebenswelten dadurch gleichermaßen angesprochen fühlen?“
Warum ist Ihre Forschung wichtig?
„Für viele wissenschaftliche Fragestellungen ist es wichtig, dass die Zusammensetzung der Studienpopulation [a. d. R. hier = die Gruppe von Menschen, die an einer Studie teilgenommen hat] ungefähr der Zusammensetzung unserer Bevölkerung entspricht, damit auf Basis der Studienergebnisse allgemeingültige Aussagen getroffen werden können. Es ist daher wichtig zu erforschen, welche Gesellschaftsgruppen zurückhaltender bei der Studienteilnahme sind und wie wir das vielleicht ändern könnten. Des Weiteren beobachten wir in der Forschung seit vielen Jahren, dass in der Bevölkerung generell die Bereitschaft sinkt, an wissenschaftlichen Studien und Befragungen teilzunehmen. Wenn wir verstehen woran das liegt, könnte man zukünftige Studien so gestalten, dass sie wieder auf mehr Beteiligungswillen in der Bevölkerung stoßen.“