Hier stellen wir unsere Studienzentren mit kurzen Steckbriefen vor.

Dürfen Wir Vorstellen: Das Studienzentrum Berlin-Nord

Bilderquelle: NAKO Studienzentrum Berlin-Nord.

Wo genau befindet sich das Studienzentrum? Was war davor in dem Gebäude oder ist es ein neues Gebäude? Welche Institution ist der Träger des Studienzentrums?

Unser Studienzentrum befindet sich auf dem wunderschönen grünen Campus des Max-Delbrück-Centrums in Berlin-Buch, das Gebäude selber gehört zum Forschungsbereich der Charité, dem Experimental and Clinical Research Center (ECRC). Hier ist schon lange die Krebsforschung angesiedelt.

Warum wurde gerade dieser Standort ausgewählt?

Berlin wurde in drei NAKO Standorte aufgeteilt; wir in Berlin-Nord untersuchen Berliner*innen aus dem Norden und Osten Berlins, aber auch Personen aus den angrenzenden Brandenburgischen Bereichen, wie zum Beispiel dem Barnim. Darüber hinaus sind wir einer der MRT Standorte für ganz Berlin.

Seit wann gibt es das Studienzentrum?

Seit 2011

Wie kommen die Mitarbeiter*innen mit Corona zurecht? Was für Schwierigkeiten gibt es? Lässt sich vielleicht auch Positives aus der Krise ziehen?

Es ist für alle eine herausfordernde Situation, so haben auch unsere Mitarbeiter*innen mit den besonderen Gegebenheiten zu kämpfen. Während der 3-monatigen Zentrumsschließung im vergangenen Jahr konnten wir keine Teilnehmer*innen untersuchen. Aber in einem Studienzentrum gibt es allerhand zu tun, diese Zeit nützten wir für solche Projekte.

Und wie wirkt sich das Pandemie-Geschehen auf die Teilnehmer*innen und ihre Teilnahmebereitschaft aus?

Neben erhöhten Absagen der Teilnehmenden stellen wir im Allgemeinen eine latente Unsicherheit fest. Wir versuchen auch, durch fachkundige Information unseren Beitrag gegen die Pandemie zu leisten, wir beantworten alle uns gestellten Fragen rund um Covid und der NAKO ausführlich. Eine weitere für uns wichtige Beobachtung ist, dass sich alle Teilnehmer*innen in unserem Studienzentrum weiterhin sicher und wohl fühlen.

Werden momentan Untersuchungen durchgeführt? Wenn ja, wie hat sich die Pandemie auf den Untersuchungsablauf und den generellen Alltag im SZ ausgewirkt? Welche Vorkehrungsmaßnahme kommt am besten an? Welche am wenigsten?

Mit Ausnahme der Look-down-Zeit vom letzten Jahr finden – unter verschärften hygienischen Bedingungen zur Sicherheit von Teilnehmenden und Mitarbeiter*innen – die Untersuchungen und Tests im Studienzentrum statt. Schon vor der Pandemie hatten wir ein Hygienekonzept und hohe Hygienestandards, das macht es uns leichter, die aktuellen zusätzlichen Anforderungen umzusetzen.

Gibt es Besonderheiten an dem SZ? unabhängig von der Pandemie? 

Wir sind eines der MRT Zentren und führen in Berlin die MRT-Untersuchungen sowohl für die Teilnehmenden aus unserem Studienzentrum als auch für diejenigen aus den beiden anderen Berliner Zentren durch. Außerdem führen wir zusätzlich sogenannte Level 3 Projekte durch. Zum Beispiel haben wir einen 3D-Bodyscanner, mit dem eine 3D Oberfläche des Körpers abgebildet werden kann und womit wir Anthropometrische Daten vergleichen können.

 

Gab es bei den Untersuchungen schon einmal ein besonders interessantes Erlebnis bzw. ein Erlebnis, das im Gedächtnis geblieben ist?

Besondere Erlebnisse gibt es fast täglich, einige sind zum Schmunzeln, andere wiederum machen uns sehr nachdenklich. Wir freuen uns aber jedes Mal, wenn Teilnehmer*innen uns am Ende mit den Worten verabschieden „vielen Dank, ich habe mich sehr gut betreut gefühlt und bis in fünf Jahren“

Unsere Fragen an Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann – Wissenschaftlicher Projektleiter an der NAKO-Mitgliedsinstitution Universität Greifswald

Was wollten Sie als Kind werden? Wissenschaftler?

Nein, vom Beruf des Wissenschaftlers hatte ich gar keine klare Vorstellung. „Was Naturwissenschaftliches“ war aber ziemlich früh mein Interesse. In der Schule habe ich mich ebenfalls sehr für Literatur interessiert.

Was war Ihr Antrieb, sich der Wissenschaft zu widmen?

Ich hatte immer ein großes Interesse daran, Sachen auf den Grund zu gehen. Mich hat neben dem „Was?“ und „Wie?“ immer das „Warum?“ interessiert sowie das „Auf Fragen eine Antwort finden“. In meiner Doktorarbeit sollte ich untersuchen, ob in der Nähe der Abraumhalden einer Uranaufbereitungsanlage die Häufigkeit von Kinderleukämie erhöht ist. Und dann war das tatsächlich so. Die Halden hatten einen kleinen Fluss kontaminiert, der zur Trinkwassergewinnung verwendet wurde – gerade dort, wo die meisten Fälle aufgetreten waren. Damals wusste ich gar nicht, dass das Epidemiologie war – aber ich habe viel darüber gelernt. Dabei bin ich geblieben.

Was haben Sie studiert?

Humanmedizin, und 2 Semester Chemie. Später habe in Chapel Hill, North Carolina, einen Aufbaustudiengang zum Master of Public Health in Epidemiology absolviert.

Wie sind Sie zur NAKO gekommen?

Ich bin seit der Gründungsphase der NAKO Gesundheitsstudie dabei, die zuerst „Helmholtz-Kohorte“ und dann Nationale Kohorte hieß. 2009 wurde ich in das Epidemiologische Planungskomitee berufen, das später in Epidemiologischen Lenkungskomitee (ESC) umbenannt wurde und bis heute als Scientific Expert Committee fortbesteht. Bei der Gründung des Nationale Kohorte e.V. – seit 2016 NAKO e.V. – war ich Gründungsvorstand und als solcher von 2012 bis 2017 einer von vier wissenschaftlichen Vorständen. Inhaltlich bin ich seit Beginn mit zuständig für das Zentrale Datenmanagement und speziell das Integrationszentrum und die IT der Transferstelle in Greifswald.

Was fasziniert Sie am Forschungsprogramm der NAKO besonders?

Der Ansatz und die Herausforderung, eine für ganz Deutschland repräsentative Kohorte zusammenzustellen und über mehrere Jahrzehnte nachzuverfolgen. Der Umfang und der hohe Grad an Standardisierung der einzelnen Untersuchungen und die Schaffung einer datenschutzkonformen Architektur für die Datenverarbeitung. Die hohe Motivation, der Enthusiasmus, die Resilienz der großen Zahl der Mitarbeiter*innen in allen Bereichen der NAKO. Aktuell die spontane Bereitschaft, sich in der Corona-Pandemie im April 2020 zu engagieren und die effektive Logistik aufzubauen, die es braucht, um in wenigen Wochen mehr als 160.000 NAKO-Teilnehmer*innen über ihre Erfahrungen im Lockdown zu befragen.

Wenn Sie nicht forschen, was tun Sie zur Entspannung?

Als privates Corona-Projekt renoviere ich mit meiner Freundin ein über 100 Jahre altes Haus auf dem Land – das haben wir mehr oder weniger als Ruine übernommen und mussten praktisch alles neu machen. Jetzt kann man langsam wieder ahnen, wie es früher mal ausgesehen hat.

Fotoquelle: privat.

Kurzvita:

Seit 2017 Leiter des Zentralbereichs des Klinischen Krebsregisters Mecklenburg-Vorpommern

Seit 2012 Sprecher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) Rostock/Greifswald

Seit 2017 Leiter der Abt. Versorgungsepidemiologie und Community Health und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald

Seit 2012 Mitglied im Vorstand des Deutschen Netzwerks Versorgungsforschung (DNVF), seit 2018 Stellv. Vorsitzender

2004-2012 Mitglied im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Epidemiologie, seit 2005 Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi), 2008-2009 Vorsitzender

Dürfen wir vorstellen: Das Studienzentrum Neubrandenburg

Quelle: NAKO Studienzentrum Neubrandenburg.

Heute stellen wir euch das Studienzentrum Neubrandenburg vor. Ständig in Bewegung, wechselt es alle 1,5-2 Jahre seinen Standort – eine logistische Herausforderung, die allerdings auch ihre Vorteile hat…

Wo genau befindet sich das Studienzentrum? Was war davor in dem Gebäude oder ist es ein neues Gebäude? Welche Institution ist der Träger des Studienzentrums?

In Mecklenburg-Vorpommern wird die NAKO Gesundheitsstudie von der Universitätsmedizin Greifswald (KdöR) durchgeführt. Im Greifswalder Institut für Community Medicine, Abteilung SHIP/Klinisch-epidemiologische Forschung befindet sich das Organisationszentrum mit dem Teilnehmermanagement, der IT-Abteilung sowie der Projektleitung.

Die Studienregion selbst liegt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Die Mecklenburgische Seenplatte ist, als größter Landkreis Deutschlands, eine der dünn besiedeltsten Regionen mit einem großen Wasserflächenanteil. Um den Teilnehmenden entgegenzukommen, haben wir unsere zwei Studienzentren – ein ständiges und ein temporäres – sowie das MRT-Studienzentrum eingerichtet.

Das Studienzentrum Neubrandenburg ist über die gesamte Projektlaufzeit im Dietrich Bonhoeffer Klinikum Neubrandenburg angesiedelt. Ebenso befindet sich dort eines der fünf deutschlandweiten NAKO MRT-Studienzentren mit einem Ganzkörper-MRT.

Das temporäre Studienzentrum wechselt nach einer festgelegten Zeit zwischen Neustrelitz, Waren (Müritz) und Demmin, so dass parallel immer in zwei Studienzentren untersucht werden kann. Damit hat das Studienzentrum Neubrandenburg und Mecklenburgische Seenplatte ein Alleinstellungsmerkmal innerhalb der NAKO.
Die Gebäude der temporären Studienzentren waren zuvor stets in anderweitiger, d. h. nicht-wissenschaftlicher Nutzung, z.B. von Ämtern oder Banken.

Warum wurden gerade diese Standorte ausgewählt?

Um die Anfahrtswege und -zeiten für die Teilnehmenden und die damit verbundenen Kosten möglichst gering zu halten, haben wir verschiedene geographische Kennzahlen zur optimalen Standortbestimmung der Studienzentren herangezogen. Ziel war es innerhalb der Region Anfahrtswege von unter 30 km zu schaffen. Wir wollen auch die Bürger*innen der ländlicheren Regionen mit dem Angebot der NAKO-Untersuchungen erreichen. Die Studieneinladungen werden in Abhängigkeit vom Wohnort der Teilnehmenden für das nächstgelegene Studienzentrum ausgesprochen.

Seit wann gibt es die Studienzentren?

Diese Frage können wir nicht in nur einem Satz beantworten. Die inzwischen wiederholten Standortwechsel lassen sich wie folgt festhalten:

Ständiger Standort, MRT: in

  • Neubrandenburg: 2011/09 – derzeit.

Temporäre Standorte: in

  • Neustrelitz: 2012/08 – 2016/04, Basisuntersuchung;
  • Waren (Müritz): 2016/05 – 2017/06, Basisuntersuchung;
  • Demmin: 2017/07 – 2018/04, Basisuntersuchung;
  • Neustrelitz: 2018/05 – 2019/12, Folgeuntersuchung;
  • Waren (Müritz): 2020/01 – derzeit, Folgeuntersuchung.

Wie kommen die Mitarbeiter mit Corona zurecht? Was für Schwierigkeiten gibt es? Lässt sich vielleicht auch Positives aus der Krise ziehen?

Aus jeder Krise lässt sich etwas Positives ziehen. Wir haben zum Beispiel die zeitlichen Vorteile und vor allem die Machbarkeit von Online-Schulungen und Webkonferenzen erkannt, obwohl vielleicht nicht alle Mitarbeitenden gleich gerne vor einer Videokamera sprechen. Uns liegt viel daran, in dieser Zeit gemeinsam Wege zu finden, um den neuen Anforderungen an alle Beteiligten gerecht werden zu können.

Und wie wirkt sich das Pandemie-Geschehen auf die Teilnehmer*innen und ihre Teilnahmebereitschaft aus?

Sicherlich ganz ähnlich, wie auf uns alle. Die Rückmeldungen, die wir von den Teilnehmenden erhalten, spiegeln in etwa das tagesaktuelle Geschehen wider. Vielen Teilnehmenden ist es ein Anliegen auch in diesen Zeiten ihren Beitrag zum Zwecke der Gesundheitsforschung fortzusetzen. Andere möchten zunächst abwarten und verschieben daher zunächst ihre Teilnahme. Wieder andere werden bereits durch uns aufgrund verschiedener Regelungen der Schutzvorkehrungen und Hygienemaßnahmen zu einem späteren Termin eingeladen.

Werden momentan Untersuchungen durchgeführt? Wenn ja, wie hat sich die Pandemie auf den Untersuchungsablauf und den generellen Alltag im SZ ausgewirkt? Welche Vorkehrungsmaßnahme kommt am besten an? Welche am wenigsten?

Bei der Durchführung der Studie steht die Sicherheit der Teilnehmenden und Mitarbeitenden im Vordergrund. Den besonderen Umständen der SARS-CoV2-Pandemie wird mit der Einhaltung strenger Schutzvorkehrungen und Hygienemaßnahmen unter Berücksichtigung der Fallzahlen an SARS-CoV2-Neuinfektionen in Mecklenburg-Vorpommern Rechnung getragen. Der Umfang der Schutzvorkehrungen wird gemeinsam mit Experten fortlaufend neu bewertet und bei Bedarf angepasst.

Die Schutzvorkehrungen und Hygienemaßnahmen folgen der Systematik: Minimierung der Expositionswahrscheinlichkeit, Reduktion der Auswirkungen bei möglicher Exposition und lückenlose Nachverfolgbarkeit von Kontakten.

Gibt es Besonderheiten an dem SZ? Also irgendwas, das es in keinem anderen SZ gibt (unabhängig von der Pandemie)?

Eigentlich schon: zum einen untersuchen wir – wie das Studienzentrum Augsburg – 20.000 Personen, zum anderen haben wir die logistische Herausforderung einer breiten, jedoch dünn besiedelten Region zum Vorteil für die Teilnehmer*innen umgewandelt. „Wir sind in Bewegung“, um unseren Teilnehmenden die Teilnahme möglichst einfach zu gestalten und um ihnen möglichst kurze Wege ins Studienzentrum zu ermöglichen. Dafür ziehen wir mit dem temporären Studienzentrum in Abständen zwischen 1,5 und 2 Jahren um und wechseln die Standorte zwischen Neustrelitz, Waren bzw. Demmin. Dies erfordert teilweise größere Umbauarbeiten, um allen Anforderungen gerecht zu werden. Forschung in der Fläche für die Fläche ist machbar! Gerne nehmen die Teilnehmenden auch die MRT-Untersuchung an. Diese ist für uns natürlich nur an einem Standort umsetzbar, in dem Neubrandenburger Studienzentrum.

Gab es bei den Untersuchungen schon einmal ein besonders interessantes Erlebnis/ein Erlebnis, das im Gedächtnis geblieben ist?

Aber sicher, sehr viele sogar. Diese Erlebnisse – waren sie nun besonders interessant, überraschend oder auch emotional – zeichnen das tägliche Arbeiten in unseren Studienzentren aus. Sie machen das Arbeiten für die NAKO zu etwas Besonderem. Zum Beispiel kamen vereinzelnd die Bürger*innen noch während der Baumaßnahmen in die temporären Studienzentren und haben sich Termine erbeten. Dies hat uns sehr gefreut.

Gibt es eine Frage, die ein/e SZ Leiter*in schon immer schon immer beantworten wollte? :)

Wie stemmt man ein solches Projekt, um Teil einer deutschlandweiten epidemiologischen Studie mit höchsten einheitlichen Qualitätsstandards zu sein? Mit einem hochmotivierten sowie vielseitigen Team und engagierten Teilnehmenden. 😊

Dürfen Wir Vorstellen: Das Studienzentrum Saarbrücken

Wo genau befindet sich das Studienzentrum? Was war davor in dem Gebäude oder ist es ein neues Gebäude? Welche Institution ist der Träger des Studienzentrums?

  • Unser Studienzentrum befindet sich zentral in der Innenstadt, zwischen Hauptbahnhof und Fußgängerzone. Vorher befanden sich private Büroräume in den Räumlichkeiten des SZ.
  • Das SZ Saarbrücken ist ein Tandemstudienzentrum und wird vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Saarlandes betrieben.

Warum wurde gerade dieser Standort ausgewählt?

  • Aus logistischen Gründen: Das Studienzentrum liegt sehr zentral und ist gut mit dem ÖPNV erreichbar. Außerdem befindet sich eine Arztpraxis im Haus, die zur Beurteilung auffälliger Untersuchungsergebnisse gewonnen werden konnte.

Seit wann gibt es das Studienzentrum?

  • In diesen Räumlichkeiten seit Anfang 2013, während der Pretest-Phase in einem kleinen Behelfsstudienzentrum in der unmittelbaren Nachbarschaft.

Wie kommen die Mitarbeiter*innen mit Corona zurecht? Was für Schwierigkeiten gibt es? Lässt sich vielleicht auch Positives aus der Krise ziehen?

  • Alle Mitarbeiter*innen haben sich auf die pandemiebedingte Situation eingestellt und kommen mit den zusätzlichen Maßnahmen, die die NAKO in der Corona-Pandemie eingeführt hat, gut zurecht. Sowohl für die Teilnehmer*innen als auch für die Mitarbeiter*innen stellt das durchgängige Tragen der Maske eine gewisse Belastung dar, wird aber dennoch von allen als sinnvolle und notwendige Maßnahme anerkannt.
    Wir bedauern dennoch, dass wir unseren Teilnehmer*innen momentan keine Heißgetränke und Snacks anbieten können, aber die Prävention geht vor.
    Bei den Mitarbeiter*innen wird das gesellige Zusammensitzen in der Mittagspause vermisst.

Und wie wirkt sich das Pandemie-Geschehen auf die Teilnehmer*innen und ihre Teilnahmebereitschaft aus?

  • Erfreulicherweise war und ist die Teilnahmebereitschaft – auch bei hoher Inzidenz im Saarland – erstaunlich hoch. Allerdings gibt es natürlich auch pandemiebedingte Absagen. Besonders hervorzuheben sind kurzfristige Absagen, die sich seit Pandemiebeginn gehäuft haben. Grund hierfür sind meist leichtere Erkältungssymptome, die zurzeit einen Ausschluss für die Untersuchung darstellen.

Werden momentan Untersuchungen durchgeführt? Wenn ja, wie hat sich die Pandemie auf den Untersuchungsablauf und den generellen Alltag im SZ ausgewirkt? Welche Vorkehrungsmaßnahme kommt am besten an? Welche am wenigsten?

  • Ja, es werden alle Untersuchungen durchgeführt, bei denen die Teilnehmenden den MNS tragen können (d.h. ausgeschlossen werden momentan Spirometrie, FeNO, Ergometrie, Zahnuntersuchung und Geruchstestung).
  • Um Begegnungen der Teilnehmenden untereinander zu reduzieren sowie Lüftungs- und Desinfektionszeiten einplanen zu können, mussten wir die Untersuchungstermine entzerren, so dass im Ergebnis weniger Untersuchungen pro Tag untersucht werden können.

Gibt es Besonderheiten an dem SZ? Also irgendwas, das es in keinem anderen SZ gibt (unabhängig von der Pandemie)?

  • Wir sind das kleinste NAKO-SZ

Gab es bei den Untersuchungen schon einmal ein besonders interessantes Erlebnis/ein Erlebnis, das im Gedächtnis geblieben ist?

  • Nachhaltig im Gedächtnis bleiben die Nachrichten mehrerer Teilnehmer*innen, die durch Auffälligkeiten in den NAKO-Untersuchungsergebnissen frühzeitig auf schwerwiegende Erkrankungen aufmerksam wurden und diese nur aufgrund der Zufallsergebnisse rechtzeitig behandelt werden konnten.

Quelle: NAKO Studienzentrum Saarbrücken.

Dürfen Wir Vorstellen: Das Studienzentrum Halle

Quelle: NAKO Studienzentrum Halle.

Wo genau befindet sich das Studienzentrum? Was war davor in dem Gebäude oder ist es ein neues Gebäude? Welche Institution ist der Träger des Studienzentrums?

Unser Studienzentrum befindet sich auf dem ehemaligen Gelände der Universitätsklinik im Zentrum der Stadt Halle. In unserem Gebäude waren früher die Neurochirurgie und die Urologie untergebracht. Aktuell steht unser Gebäude ziemlich leer. Demnächst soll es saniert werden, so dass nichtklinische Institutionen der Medizinischen Fakultät einziehen können.

Warum wurde gerade dieser Standort ausgewählt?

Weil es zentral in unmittelbarer Nähe zum betreibenden Institut für Medizinische Epidemiologie liegt.

Seit wann gibt es das Studienzentrum?

Seit 2012

Wie kommen die Mitarbeiter mit Corona zurecht? Was für Schwierigkeiten gibt es? Lässt sich vielleicht auch Positives aus der Krise ziehen?

Die Situation stresst mit der Zeit alle Mitarbeiter*innen, insbesondere das Tragen der Masken und die Notwendigkeit, auf gemeinsame Mittagspausen zu verzichten. Durch die zwischenzeitliche Schließung des SZ für den Untersuchungsbetrieb konnten aber eine Reihe von Dingen erledigt werden, für die sonst die Zeit fehlt.

Und wie wirkt sich das Pandemie-Geschehen auf die Teilnehmer*innen und ihre Teilnahmebereitschaft aus?

Leider gibt es aktuell viele spontane Terminabsagen. Aufgrund des erhöhen Risikos für ältere Personen, laden wir gerade auch nur unter 60jährige ein. Bekanntlich birgt der Weg ins Studienzentrum ein mögliches Ansteckungsrisiko.

Werden momentan Untersuchungen durchgeführt? Wenn ja, wie hat sich die Pandemie auf den Untersuchungsablauf und den generellen Alltag im SZ ausgewirkt? Welche Vorkehrungsmaßnahme kommt am besten an? Welche am wenigsten?

Ja, wir haben unser SZ geöffnet, allerdings unter besonders strengen Vorkehrungen. So werden nur wenige, jüngere Teilnehmer*innen eingeladen. Wir versuchen Kontakte zu beschränken, in dem die Teilnehmer*innen nur durch wenige Mitarbeiter*innen untersucht werden, es muss über den kompletten Aufenthalt eine FFP-Maske getragen werden und wir lüften die Untersuchungsräume verstärkt. Die Teilnehmer*innen zeigen i.d.R. volles Verständnis für die Maßnahmen.

Gibt es Besonderheiten an dem SZ? Also irgendwas, das es in keinem anderen SZ gibt (unabhängig von der Pandemie)?

Unser SZ zeichnet sich dadurch aus, dass wir eine Reihe an Zusatzuntersuchungen durchführen. So werden beispielsweise ein Körperscan und ein Leberultraschall zusätzliche den Teilnehmer*innen angeboten. Auch können die Teilnehmer*innen verschiedene Online-Fragebögen zusätzlich zu Hause ausfüllen. Diese Zusatzangeboten werden von den Teilnehmenden positiv aufgenommen.

Gab es bei den Untersuchungen schon einmal ein besonders interessantes Erlebnis/ein Erlebnis, das im Gedächtnis geblieben ist?

Da gibt es viele interessante und auch lustige Episoden, da jeden Tag andere Teilnehmer*innen zu uns kommen und alle ihre eigenen Geschichten mitbringen und teilweise auch erzählen wollen. Dies führt mitunter dazu, dass die Untersucher*innen Mühe haben, immer wieder zum eigentlichen Zweck des Termins zurückzuführen, nämlich der Untersuchung der Teilnehmer*innen.

Gibt es eine Frage, die ein/e SZ Leiter*in schon immer beantworten wollte? :)

Wenn mich jemand fragt, wie ich die NAKO finde (hat mich aber komischerweise noch nie jemand gefragt) würde ich antworten, dass ich die NAKO für ein großartiges Projekt halte.

Dürfen Wir Vorstellen: Das Studienzentrum Regensburg

Wo genau befindet sich das Studienzentrum?
In einem Forschungstrakt des Universitätsklinikums Regensburg

Was war davor in dem Gebäude oder ist es ein neues Gebäude?
Alle Räume waren zuvor Büroräume des Instituts für Epidemiologie und wurden vor dem Start der NAKO entsprechend umgebaut. Z.B. wurden in den sehr geräumigen Flur auch zwei Interviewkabinen eingebaut.

Welche Institution ist der Träger des Studienzentrums?
Die Universität Regensburg

Warum wurde gerade dieser Standort ausgewählt?
Die Studienregion Regensburg ist bis auf die Einwohner der Stadt Regensburg eher ländlich geprägt. Neben vielen städtischen Studienregionen in der NAKO (Berlin, Essen, Hamburg usw.) ist es wichtig, auch Teilnehmende aus ländlichen Regionen in der Studienpopulation zu erfassen.

Seit wann gibt es das Studienzentrum?
Das Studienzentrum beteiligt sich bereits seit 2010 an der NAKO – richtig „untersucht“ haben wir zum ersten Mal im Rahmen der ersten Machbarkeitsstudie 2011

Wie kommen die Mitarbeiter mit Corona zurecht? Was für Schwierigkeiten gibt es? Lässt sich vielleicht auch Positives aus der Krise ziehen?
Generell sind alle froh, dass das Studienzentrum wieder geöffnet ist und somit etwas „Normalität“ vermittelt. Die Kontakte im Team und mit den Teilnehmer*innen werden weniger als potentielle Infektionsrisiken sondern als willkommene, soziale Interaktionen wahrgenommen. Die Wertschätzung gegenüber dem öffentlichen Dienst als Arbeitgeber ist durch die Pandemie gestiegen: die Mitarbeiter*innen können sich sicher sein, dass Ihnen weder Kurzarbeit noch Arbeitslosigkeit durch die Pandemie drohen.
Schwierig und anstrengend ist es für diejenigen, die Kinder im Homeschooling haben, wobei wir versuchen, pragmatische Lösungen zu finden.

Und wie wirkt sich das Pandemie-Geschehen auf die Teilnehmer*innen und ihre Teilnahmebereitschaft aus?
Das ist sehr heterogen. Vermehrt hören die Mitarbeiter*innen des Teilnehmermanagements die Aussage: „Ich komme erst, wenn ich geimpft bin.“ Andere freuen sich sehr, dass die Studienteilnahme offiziell als sogenannter „triftiger“ Grund eingestuft wurde. Sie dürfen also ihr Heim verlassen, um zu uns zu kommen. Dieser Aufforderung kommen sie dann mit Freude und am liebsten sehr zeitnah nach. Wir haben den Eindruck, dass das Mitteilungsbedürfnis gerade bei Alleinstehenden gestiegen ist. Und wir haben in der letzten Zeit gehäuft auf Psychologische Hilfsangebote hingewiesen, wenn wir bemerkt haben, dass es Teilnehmer*innen psychisch schlecht geht.

Werden momentan Untersuchungen durchgeführt? Wenn ja, wie hat sich die Pandemie auf den Untersuchungsablauf und den generellen Alltag im SZ ausgewirkt? Welche Vorkehrungsmaßnahme kommt am besten an? Welche am wenigsten?
Ja, wir untersuchen. Die 1:1 Betreuung hat die größten Auswirkungen auf unseren Alltag. Die Teilnehmer*innen begrüßen diese persönliche Betreuung sehr. Dies kommt in den Zufriedenheitsfragebögen deutlich zum Ausdruck. Aber auf der anderen Seite leidet der Durchsatz darunter: die Studenten können nicht bei der Durchführung von Einwilligung, Touchbetreuung, Interview u.ä. unterstützen UND wenn die Arbeitszeit nicht durch 4 teilbar ist, kann eine Untersucherin (wir haben nur weibliche Untersucherinnen) nicht effizient eingesetzt werden. Dies wird an einem Beispiel klar: wenn die tägliche Arbeitszeit 6 Stunden beträgt, kann nur ein Teilnehmer*in untersucht werden, was etwa 4 Stunden dauert. Die übrigen 2 Stunden reichen für keine weitere Person und können „nur“ für Büroarbeiten genutzt werden. Auch die notwendige Flexibilität bei einem Ausfall einer Untersucherin ist bei der 1:1 Betreuung nicht gegeben.

Gibt es Besonderheiten an dem SZ? Also irgendwas, das es in keinem anderen SZ gibt (unabhängig von der Pandemie)?
Der Oberpfälzer Dialekt unserer Landbevölkerung ist manchmal schon etwas speziell – da wird das Personal gerne mal von Anfang an geduzt und als Deandl oder Madl (=junge Frau, Mädchen) bezeichnet.

Gab es bei den Untersuchungen schon einmal ein besonders interessantes Erlebnis/ein Erlebnis, das im Gedächtnis geblieben ist?
Ein Teilnehmer hat sich in seine Untersucherin verliebt – inzwischen haben sie Zwillinge und das Aufgebot ist bestellt J NAKO verbindet!

Gibt es eine Frage, die ein/e SZ Leiter*in schon immer schon immer beantworten wollte? :)
Eine Frage, die wir häufig von unseren Teilnehmer*innen hören: Darf ich in 5 Jahren wieder zur Untersuchung kommen?

Quelle: NAKO Studienzentrum Regensburg.

Dürfen Wir Vorstellen: Das Studienzentrum Leipzig

Quelle: LIFE Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen. Die Fotos wurden vor Ausbruch der Corona-Pandemie aufgenommen.

Wo genau befindet sich das Studienzentrum? Was war davor in dem Gebäude oder ist es ein neues Gebäude? Welche Institution ist der Träger des Studienzentrums?

Das Studienzentrum Leipzig befindet sich im Erdgeschoss des sogenannten Roten Hauses, eines historischen Gebäudes des Universitätsklinikums Leipzig. In demselben Gebäude befinden sich seit 2010 das Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen (LIFE) und seit 2018 das Helmholtz-Institut für Metabolismus-, Adipositas- und Gefäßforschung, (HI-MAG).

Die Universität Leipzig ist Träger des NAKO Studienzentrum Leipzig.

Warum wurde gerade dieser Standort ausgewählt?

Im Roten Haus gab es zu diesem Zeitpunkt freie Räumlichkeiten, die für die Durchführung von großen Bevölkerungsstudien gut geeignet waren. Es gab ausreichend Platz für das Teilnehmermanagement, die Untersuchungseinheiten und den Laborbereich. Auf insgesamt drei Etagen befinden sich die Räumlichkeiten der LIFE Erwachsenenstudie (LIFE Adult- und NAKO Gesundheitsstudie), die Studienambulanz der LIFE-Child-Studie, sowie die Räumlichkeiten des HI-MAG. Außerdem die Geschäftsstellen der Einrichtungen LIFE und HI-MAG. Der Standort ist gut in die Infrastruktur eingebunden: Es gibt einen Parkplatz, der von Studienteilnehmern genutzt werden kann. Das Rote Haus ist sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Seit wann gibt es das Studienzentrum?

Seit 2010 gibt es die Studienambulanz der LIFE-Erwachsenenstudie. Seit 2014 ist auch die NAKO dort zu Hause.

Wie wirkt sich Corona auf Mitarbeiter*innen und Teilnehmer*innen aus?

Auf die sprunghaft steigenden Corona-Infektionszahlen, wodurch Sachsen zum bundesweiten Hotspot der Pandemie geworden war, reagierte die sächsische Landesregierung mit strengen Corona-Einschränkungen, die am 14.12.2020 in Kraft traten.

Das Studienzentrum war aufgrund des allgemeinen Lockdowns für mehrere Wochen geschlossen, eröffnet aber ab dem 15. Februar wieder.

Die Mitarbeiter*innen arbeiten professionell, haben größtenteils Ausbildungen im Gesundheitswesen absolviert und sind im Umgang mit Schutz- und Hygienemaßnahmen vertraut, was in einer Krisensituation wie der Corona-Krise von großem Vorteil ist. Bis auf die Zeit des von der Landesregierung landesweit eingeführten Lockdowns erfolgte die Untersuchung von Teilnehmer*innen auch während der Pandemie regulär. Das Studienzentrum hat selbstverständlich bereits zu Beginn der Pandemie ein umfangreiches Hygienekonzept etabliert, welches auch weiterhin Gültigkeit hat.

Wie hat sich die Pandemie auf den Untersuchungsablauf und den generellen Alltag im Studienzentrum ausgewirkt?

Dank der Professionalität der Mitarbeiterinnen, der zusätzlich getroffenen Vorkehrungen und der Akzeptanz durch die Teilnehmenden hat sich die Pandemie wenig auf die eigentlichen Untersuchungsabläufe ausgewirkt. Einige Untersuchungen, bei denen Mitarbeiter*innen und Teilnehmer*innen gefährdet sein könnten, werden z. Z. vorbeugend nicht durchgeführt. Dazu gehören beispielsweise der Riechtest oder der Lungenfunktionstest, und generell alle Tests, bei denen die Teilnehmer*innen ihre Maske abnehmen müssten.

Wir bedauern sehr, dass wir während der Corona-Pandemie für unsere Teilnehmenden keinen Imbiss und heiße Getränke mehr bereitstellen können, dafür haben diese aber vollstes Verständnis.

Gibt es Besonderheiten an dem SZ?

Es gibt zwei so genannte Level-3-Projekte, deren Durchführung in eigener Verantwortung des Studienstandortes liegen und das NAKO-Programm ergänzen. Mithilfe der Transienten Leberelastographie wird die Lebersteifigkeit ermittelt, wodurch sich bestimmte Veränderungen im Lebegewebe feststellen lassen. Zudem gibt es einen Bodyscanner, mit welchen wir innerhalb von zwölf Sekunden ein dreidimensionales Körpermodell erstellen können. Auch die NAKO-Studienzentren Düsseldorf und Halle verfügen über einen Bodyscanner, so dass wir die bei dieser Untersuchung gewonnenen Daten gemeinsam auswerten können.