Glossar

Bei der Anonymisierung von Untersuchungsdaten wird die Zuordnung zwischen den personenidentifizierenden Daten (siehe unten) und den Untersuchungsdaten unwiderruflich gelöscht. Da die Untersuchungsdaten in der Nationalen Kohorte nur pseudonymisiert gespeichert werden, erfolgt die Anonymisierung praktisch durch die Löschung der Zuordnung des Pseudonyms zu den personenidentifizierenden Daten. Die Untersuchungsdaten können danach keiner Person mehr zugeordnet werden (siehe im Vergleich dazu auch Pseudonymisierung).
Bioprobenlager sind die Räumlichkeiten, in denen Bioproben in Kühltruhen oder -räumen bei -80 °C oder -180 °C langfristig fachgerecht eingelagert werden. Etwa 1/3 der von Ihnen eingelagerten Bioproben lagern im dezentralen Bioprobenlager des für Sie zuständigen Studienzentrums. Etwa 2/3 der Bioproben werden im zentralen Bioprobenlager am Helmholtz Zentrum München gelagert. Der genaue Lagerort aller von Ihnen eingelagerten Bioproben innerhalb der Bioprobenlager ist in einem Laborinformationssystem gespeichert.
Das IAB ist eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit. Es erforscht den Arbeitsmarkt auf Grundlage zweier gesetzlicher Aufträge:

Erforschung der Wirkung der Arbeitsförderung nach §282 Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III).
Erforschung der Wirkung des Grundsicherungssystems für erwerbsfähige Leistungsberechtigte nach §55 Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II).

Die Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem auf den Bereichen Arbeitsmarktpolitik, regionale und internationale Arbeitsmärkte, gesamtwirtschaftliche Arbeitsmarktforschung, Betriebe und Beschäftigung, Lebenschancen und soziale Ungleichheit. Dabei stützt sich die Arbeit des IAB auf die umfangreichen eigenen Erhebungen sowie Prozessdaten der Bundesagentur für Arbeit, die für Forschungszwecke des IAB aufbereitet werden, gleichwohl aber der gesamten Wissenschaft zur Verfügung stehen. Die organisatorische Nähe zur Bundesagentur für Arbeit und die Verbindung zum Bundesministerium für Arbeit und Soziales sorgen dafür, dass die Ergebnisse dieser Forschung unmittelbar in politische Entscheidungen einfließen können.

Das Integrationszentrum ist die Einrichtung im zentralen Datenmanagement der Nationalen Kohorte (siehe unten), in der alle Untersuchungsdaten langfristig pseudonymisiert gespeichert werden. Im Integrationszentrum sind außer den Geburtsdaten keine personenidentifizierenden Daten gespeichert. Das Integrationszentrum stellt den Studienzentren Anwendungen zur Befragung und zum Eintragen und Übermitteln von Ergebnissen der Untersuchungen zur Verfügung, so dass im Studienzentrum selbst keine Untersuchungsdaten gespeichert werden müssen. Nach der Qualitätssicherung der Untersuchungsdaten können diese über die Transferstelle für wissenschaftliche Auswertungen beantragt werden. Das Integrationszentrum befindet sich an den Standorten Universitätsmedizin Greifswald und Deutsches Krebsforschungszentrum in Heidelberg und speichert alle Daten aus Gründen der Datensicherung an beiden Standorten.
Kompetenzeinheiten sind Gruppen von Wissenschaftlern der Nationalen Kohorte, die für die Aufbereitung und Qualitätssicherung von speziellen komplexen Daten verantwortlich sind. Für diesen Zweck erhalten sie die pseudonymisierten Daten vom Integrationszentrum, speichern diese für die Zeit der Verarbeitung und übermitteln die aufbereiteten Daten an das Integrationszentrum zurück. Die Kompetenzeinheiten unterliegen den Datenschutzstandards der Nationalen Kohorte.
Ein epidemiologisches Krebsregister bzw. bevölkerungsbezogenes Krebsregister ist eine Datenbank, in der Informationen zu Krebserkrankungen und davon betroffenen Personen erfasst, gespeichert und analysiert werden. In Deutschland ist die epidemiologische Krebsregistrierung in Landesgesetzen geregelt.

Aufgaben der Krebsregister:

Kontinuierliche Beobachtung des Krebsgeschehens in der Bevölkerung (z. B. Häufigkeit, Tumorarten,
Sterblichkeit)
Analyse der Entwicklung von Krebserkrankungen und ihrer regionalen Verteilung
Planung und Bewertung der Patientenversorgung
Bewertungen von Maßnahmen zur Vorbeugung und Früherkennung
Wissenschaftliche Studien in der Krebsforschung

Ein klinisches Krebsregister ist eine nach dem Krebsfrüherkennungs- und Registergesetz eingerichtete Datenbank auf regionaler Ebene oder Landesebene, die neben den Informationen zu früheren und aktuellen Krebserkrankungen, zu Risikofaktoren und Einzelheiten der Krebsdiagnose auch Angaben zu den damit verbundenen Therapien sowie zu dem jeweiligen Behandlungsergebnis enthält. Klinische Krebsregister dienen der Verbesserung der Qualität der onkologischen (d. h. krebsmedizinischen) Versorgung.

Für das Laborbasisprogramm werden zwei von Ihnen abgenommene Blutröhrchen noch am Tag der Untersuchung vom Studienzentrum in pseudonymisierter Form und ohne Ihre personenidentifizierenden Daten an ein klinisches Labor geschickt. Dieses ermittelt daraus einige Parameter, z. B. ein kleines Blutbild und den Cholesterinspiegel, und übermittelt die Analyseergebnisse pseudonymisiert über das Laborinformationssystem der Nationalen Kohorte an das Integrationszentrum. Das Integrationszentrum speichert diese Daten langfristig. Die Analyseergebnisse können Ihnen im Ergebnisbrief mitgeteilt werden.
Unter personenidentifizierenden Daten versteht man alle persönlichen Daten (z. B. Namen, Anschriften, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Geburtsdatum, Sozialversicherungsnummern), die dazu genutzt werden können, eine konkrete Person zu identifizieren. In der Nationalen Kohorte werden diese Daten besonders streng geschützt und sind nur wenigen berechtigten Personen im Studienteilnehmermanagement und der unabhängigen Treuhandstelle zugänglich. Diese Personen haben keinen Zugriff auf Ihre Untersuchungsdaten.
Die Vorbeugung von Neuerkrankungen durch die Vermeidung von Krankheitsursachen, durch Früherkennung und Frühbehandlung sowie bei bestehenden Erkrankungen die Verhinderung des Fortschreitens.
Zur Wahrung des Schutzes Ihres Persönlichkeitsrechts speichern wir Ihre Untersuchungsdaten pseudonymisiert. Das bedeutet, dass Ihre Untersuchungsdaten getrennt von Ihren personenidentifizierenden Daten (siehe oben) unter einer Kennnummer (Pseudonym) gespeichert werden. Die Zuordnung dieses Pseudonyms zu Ihren personenidentifizierenden Daten wird nur im Studienteilnehmermanagement Ihres Studienzentrums und in der unabhängigen Treuhandstelle der Nationalen Kohorte gespeichert. Diese Einrichtungen haben selbst keinen Zugang zu Untersuchungsdaten. Bevor die pseudonymisierten Daten für wissenschaftliche Auswertungen übergeben werden, werden sie für jedes Forschungsprojekt speziell erneut pseudonymisiert („mehrfache Pseudonymisierung“). Auf diese Weise stellen wir sicher, dass bei wissenschaftlichen Auswertungen Ihrer Untersuchungsdaten niemand Rückschlüsse auf Ihre Person ziehen kann, auch nicht bei Zusammenführung verschiedener Datenbestände.
Die Auswahl der Studienteilnehmenden erfolgt in den Einwohnermeldeämtern repräsentativ aus den Datenbeständen der für die jeweilige Studienregion zuständigen Melderegister. Damit wird sichergestellt, dass die Ergebnisse der Studie auf die Gesamtbevölkerung übertragbar sein werden.
Das Studienteilnehmermanagement ist der einzige Teil des Studienzentrums, der zeitlich befristet Zugriff auf Ihre für den Kontakt notwendigen personenidentifizierenden Daten hat. Es hat keinen Zugriff auf Ihre Untersuchungsdaten oder Bioproben. Das Studienteilnehmermanagement ist Ihre Kontaktstelle. Es sendet Ihnen u. a. Einladungen und Fragebögen zu oder vereinbart mit Ihnen den Untersuchungstermin.
Die Transferstelle ist die Einrichtung im zentralen Datenmanagement der Nationalen Kohorte (siehe unten), die für die Beantragung und Bereitstellung von Daten und Bioproben für wissenschaftliche Auswertungen zuständig ist. Die Forscher beantragen und erhalten für jedes Forschungsprojekt nur einen kleinen Teil Ihrer Daten und erhalten diese jeweils mit neuen Pseudonymen. Dadurch wird die Zusammenführung von Daten verhindert. Wenn Forschungsprojekte Ihre Daten oder Bioproben ausgewertet haben, müssen sie die Ergebnisse über die Transferstelle an die Nationale Kohorte übermitteln. Diese können dann von anderen Forschern wieder beantragt und genutzt werden.
Die unabhängige Treuhandstelle ist ein wichtiger Teil des Datenschutzkonzeptes der Nationalen Kohorte. Ihre Aufgabe ist die datenschutzgerechte zentrale Speicherung und Verarbeitung von personenidentifizierenden Daten, wie zum Beispiel:

Die Speicherung und Überprüfung aller in den Einwohnermeldeamtsstichproben enthaltenen Personen auf mögliche Doppelmeldungen.
Die Erzeugung und Zuordnung von Pseudonymen zu Personen.
Die Speicherung und Verwaltung der Einwilligungen der StudienteilnehmerInnen.
Die zentrale Übermittlung von Anfragen von Gesundheits- und Sozialdaten an die verschiedenen Institutionen.

Die Mitarbeiter der Treuhandstelle haben keinen Zugriff auf Ihre Untersuchungsdaten. Zur Gewährleistung des Datenschutzes arbeitet die Treuhandstelle unabhängig. Sie ist eine zentrale Einrichtung der Universitätsmedizin Greifswald.

Unter dem Begriff Untersuchungsdaten fassen wir alle Ihre medizinischen Daten zusammen, die wir aufgrund Ihrer Einwilligungen erhoben haben. Diese Daten stammen aus den Befragungen bei oder nach Ihrem Besuch im Studienzentrum, aus den Untersuchungen, aus dem Laborbasisprogramm, der Erfassung der Impfdaten, der Zuordnung der Umweltbelastungen aus Ihren früheren Wohnadressen und schließlich der Datenanforderung von Gesundheits- und Sozialdaten. In der Nationalen Kohorte werden die Untersuchungsdaten nur pseudonymisiert gespeichert und verarbeitet.
In den 18 über Deutschland verteilten Studienzentren wird eine Vielzahl von Daten erhoben. Zur Umsetzung des bestmöglichen Datenschutzes, der größtmöglichen Datensicherheit, der Qualitätssicherung der Daten und als Voraussetzung für die effiziente Bereitstellung der Untersuchungsdaten für wissenschaftliche Auswertungen werden die unterschiedlichen Daten zentral gespeichert und verarbeitet. Zum zentralen Datenmanagement gehört die unabhängige Treuhandstelle, die die personenidentifizierenden Daten verwaltet. Weiterhin gehören dazu das Integrationszentrum für die Untersuchungsdaten, das Laborinformationssystem für die Lagerinformationen der Bioproben und die Transferstelle für die Beantragung und Bereitstellung von Daten und Bioproben für wissenschaftliche Auswertungen.